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3 (1800)
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181Wir reden hier von der Sittlichkeit, vonder Tugend des Volkes, das heißt also,wenn wir es recht verstehen, des bey weitemgrößesten Theiles der Menschen, wovon nur dieallerwenigsten fähig, oder geneigt, oder auchin der Lage sind, jenen tiefsinnigen Betrachtun-gen nachfolgen zu können, durch welche die hö-here Vernunft, und oft doch noch schwankendgenug, in der Ausübung der Pflicht und Tu-gend, des Menſchen Beſtimmung und Würdeentdeckt. Nichts, sagen wir, befördert die Sitt-lichkeit, die Tugend des Volkes, oder der aller-meisten, ja wohl aller Menschen, so sicher, undso kräftig, als die Religion Jesu Christi.Vergeblich würden wir diese Hülfe von dermenschlichen Vernunft und Weisheit allein er-warten. So groß auch ihre Verdienſte um dieBeförderung der Sittlichkeit sind, und so wenigwir dieselbe verkennen, werden wir es doch auchnicht leugnen dürfen, daß sie vor Jesu Christonie solche reine Grundsätze der Tugend gekanntoder gelehrt, nie mit ihren Grundsätzen so starkund allgemein auf den Willen gewürkt hat. Undwenn sie nach der Gründung des Christenthumsallmählig reinere Grundsätze fand, und nachdenselben eine reinere Tugend, nachdrücklichelehrte, so sollte sie doch billig auch den Danknicht vergessen, der dem ersten Erfinder in jederAücksicht gebührt. Selbst die vollkommenste Ue-ber-M 3