Druckschrift 
3 (1800)
Seite
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182bereinstimmung in welcher die Hauptlehren undWahrheiten der Religion, mit allen Grundsätzenund Lehren der blosen Vernunft stehen, beweißtkeineswegs, daß diese nun jene überflüßig mache,oder eben so sicher und stark, auf Tugend undSittlichkeit wirke. Sie zeigt uns nur eine an-dere Uebereinstimmung, in welcher diese göttlich-Lehre mit allen Anlagen und Fähigkeiten, mitder ganzen unverdorbenen Natur des Menſchenstehet, und macht uns eben dadurch ihren sounendlich wohlthätigen Einfluß in den Willen,den Sinn und das Verhalten desselben begreiflich.Ein ernsthafter Blick auf uns selbst, wird dasnoch deutlicher lehren.Die Vernunft läßt uns die Bestimmung undWürde des Menschen, in der Unsterblichkeit undAnnäherung zum Ziele der Vollkommenheit, deut-lich und wahrscheinlich genug wahrnehmen. Aberihre Wahrnehmungen und Schlüsse waren vonjeher, und sind noch, tausend drückenden Zwei-feln unterworfen, die sie sich selbst nicht im-mer, und nicht ganz zu lößen vermag. DasChristenthum kommt ihr zu Hülfe. Es erhebtihre wahrscheinlichsten Schlüsse und Hoffnungenzur Gewißheit. Unter dem Siegel der Gottheit,eröffnet es uns die so beruhigende und erhebende Lehre, daß wir in der That solche edle Ge-ſchoͤpfe ſind, deren erhabener Beruf Unſterblich-keit und höhere sittliche Vollkommenheit ist. Durchalle