163er nicht alles wüste. Wo soll ich hinge-hen vor ſeinem Geiſte? wo ſoll ich hin-fliehen, vor ſeinem Angeſichte? Füh-re ich gen Himmel, so ist er da. Begra-be ich mich in die Tiefen der Erde, sie-he so ist er auch da. Flöge ich schnellwie die Morgenröthe, von einem Mee-re zum andern, so würde mich doch sei-ne Hand daselbst führen, und seineRechte mich halten. Spräche ich: Fin-sterniß möchte mich decken, so muß dieNacht auch Lichtum mich sehn. Denndie Finſterniß iſt nicht finſter bei ihm.Die Nacht leuchtet wie der Tag unddie Finſterniß wie das Licht. O Gedan-ke des Trostes, und Gedanke der Furcht, mitwelchen unnennbaren Freuden, und mit welchenSchrecknissen, mit welcher Zuversicht, und wel-cher Muthlosigkeit durchströmst du mein Herz,das dich kaum zu fassen vermag! Mit unaus-sprechlicher Freude vor dem Angesichte des All-gütigen zu wandeln, mit dem Schrecken, vorseinem untrüglichen Auge zu sündigen. Mit derZuversicht, unter seiner Aufsicht und Leitung,die Bahn der Tugend, wenn gleich strauchelnd,doch standhaft zu wandeln, mit Muthlosigkeitund Angst auf dem schlüpfrigen Pfade des Lasters!Gott ist mein Zeuge! Selbst meine geheimstenGedanken und Neigungen und Wünsche sind ihmnichtL
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3 (1800)
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