157Vier Stücke, die wir nun als Hauptgrundsätzedieser Lehre, und als vorzügliche Beförderungs-mittel der Sittlichkeit, näher prüfen und wür-digen müssen.Vorerst erweckt und befördert also dasChristenthum, die Sittlichkeit, durch denGlauben an höhere menschliche Wür-de und Bestimmung. Alle Veranstal-tungen, und alle Lehren dieser Religion,vereinigen sich hier, diesen frohen Glauben zubegründen, zu erheben, zu beleben. Du bist,das ruft sie einem jeden ihrer Verehrer zu, dubist, ein vorzüglich edeles, einer hohen Glück-seligkeit fähiges Geschöpf. Kehre in dich selbst,in das Heiligthum deiner eignen Vernunft, vonden äußeren Blendwerken, die dich umgeben zu.rück, und betrachte deine Anlagen, deine Fähigkeiten und Kräfte. Wie bald wirst du finden,daß du nur etwas geringer auf der Stufenleiterder Natur als jene höheren Geister, aber dochnoch immer nahe mit ihnen verwandt bist; wiebald finden, daß dieses Leben mit allen seinenVorzügen und Freuden, weder deine ſehnlichſtenWünsche erfülle, noch deinen edelsten Anlagenentspreche. Deine Bestimmung ist nicht in dieengen Gränzen des gegenwärtigen Lebens einge-schränkt, sondern für die Ewigkeit berechnet.Du biſt einer immer wachſenden Vollkommenheitfähig, die auf dem Wege der Pflicht und Tu-gend
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3 (1800)
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