156schen und Bürgern nach ihren verschiedenenVerhältnissen obliegen, gerne und willig er-füllen, oder leichtsinnig und ruchloß verletzen; je nachdem mehr oder weniger Achtungund Ehrfurcht gegen Pflicht und Tugend unterihm herrſcht, mehr oder weniger Verachtungund Schande unter ihm die Unsittlichkeit oderdas Laster bedeckt. Was also die Sittlichkeitdes einzelnen Menſchen befördert, das befördertauch die Sittlichkeit eines Volkes, so wie ausdem Glücke aller einzelnen, das Glück einesStaates entsteht. Und jene befördern, heißt mitandern Worten, die Erkenntniß der Pflichtdessen was in jedem Falle wahr und gut ist, le-bendiger, und den Willen zur Ausübungdesselben, geneigter und thätiger ma-chen. Wir glauben den größten Vorzug desChristenthums darinn zu erblicken, daß es so-wohl die Erkenntniß der Pflicht, als denWillen zur Ausübung derselben, erweckt, ver-mehrt, befördert, oder daß es beydes, denVerstand und das Herz seiner Verehrerveredelt und bildet. Und dieses zwar durch denebenso einfachen als edelenGlauben an die höhere Würde undBestimmung des Menschen; durch denGlauben an Gott, denGlauben an Jesum, und denGlauben an die Menſchheit.Vier
Druckschrift
3 (1800)
Seite
156
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten