Druckschrift 
3 (1800)
Seite
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gierung. Wenn aber die Unsittlichkeit unter ei-nem Volke die Ueberhand nimmt; wenn selbstdie Staatskunst auf unsittliche Grundsätzen ru-het, und so alle Zweige der öffentlichen Verwal-tung vergiftet; wenn der Unglaube in gleichemMaaße jede Kenntniß und jedes Gefühl der ein-fachsten und befeligendsten Wahrheiten vernich-tet, und alle Empfindungen der Unschuld, derSittsamkeit, der Tugend schon frühzeitig mor-det; wenn Lüsternheit und Wohllust den einzel-nen Menschen am Geiste und Körper entkräften,und das Innere der Familien mit Jammer undElend erfüllen; wenn, statt der edlen Einfaltund Würde der Sitten, Ueppigkeit und Ver-schwendung allenthalben sich zeigen; wenn wirden schmachvollsten Eigennutz an die Stelle derRedlichkeit, der Treue, und des Gemeinsinnestretten; wenn wir für Vaterlandsliebe, nurSelbstsucht und Verrath und Partheywuth unterunseren Mitbürgern, und diese die Belohnungender Tugend und des Verdienstes davon tragen,oder an sich reißen sehen; dann laßt uns dochnicht lange fragen, was Völker und Länder un-glücklich und elend mache? Ob es diese oderjene Art der äußeren Verfassungen und Formender Staaten, ob es vielleicht gar die größereAufklärung und Freyheit, die Bildung und Vere-delung der Menschen seyn mögen, die ihre Ruheund ihren Wohlstand zerstören? Die Quelle,die