126Merkmahle der alles verheerenden Herrschbegier-de, und Partheywuth erblicken?Was also auch immerhin die näheren oderentfernteren Folgen dieses Zustandes seyn mö-gen, unter welchem die Menſchheit jezt ſeufzt,so legt weder die einen noch die andern, so zu-versichtlich der Aufklärung und Freyheit zurLast. Das, was seiner Natur nach, den Men-schen besser, zufriedener und glücklicher macht,kann unmöglich zugleich die Ursache seiner Ver-schlimmerung und seines Elendes seyn. Es quilltkein Wasser, aus einer Quelle, süß und bitterhervor. Wo Aufklärung und Freyheit herrschen,da wird die Ruhe und Wohlfarth der Völkerweit sicherer stehen, und jede, nur mit derWahrheit und Gerechtigkeit verträgliche Staats-verfassung weit dauerhafter seyn, weil es da kei-nem an klarer Kenntniß der menschlichen Rechteund Pflichten, keinem an Gefühle von ſeiner undaller gemeinschaftlichen Bestimmung und Würde,keinem an Gemeinsinne und Vaterlandsliebe,an den Tugenden überhaupt des Menſchenoder des Bürgers fehlet. Weit sicherer wirdda die Ruhe und der Wohlstand der Menschenund Völker erhalten und befördert, als unterder Unwissenheit und Rohheit, oder des Aber-glaubens, tyrannischen, jede Art der häuslichenund öffentlichen Glückseligkeit vernichtenden Re-gie.
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3 (1800)
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126
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