65Natur? — Mit wenigen Wissenschaften undKünsten, auf einer geringen, mittelmässigenStufe der Bildung, würden sie zwar nicht ganzso unglücklich, aber doch auch nicht viel glück-licher seyn. Lange Dämmerung, anhaltende Re-bel, versetzen den in die traurigste Verlegenheit,und verleiten ihn zu den grösesten Fehltrittender nur bey hellem Lichte gerade und sicher wan-delt. Der Aberglaube wird sich, bey halber Auf-klärung, seiner bemächtigen, und in der Verbin-dung mit Herrschsucht und Tyranney sein Un-glück und ſein Elend vollenden. Ich darf michwohl kaum zum Beweise dieses Ausspruchs aufdie Geschichte der ältesten und mittleren Zeitenberufen. Sie ist ja jedem bekannt. — Die Wis-senschaften und Künste sind es also allein, dieden Menschen zum Menschen machen, die seineedelsten Fähigkeiten und Kräfte entwickeln, dieseinen Verstand erleuchten und sein Herz veredeln,die ihn, auch das Glück des gegenwärtigenLebens kennen, schätzen, gebrauchen und genies-sen lehren. Ohne sie ist er ein roher Barbar,oder des Aberglaubens und der Herrschsucht be-klagenswürdiger Sclave. Jemehr also die Wis-senschaften unter einem Volke gelten, jemehr sieunter ihm den Verstand eines jeden erleuchtenund jedes Herz veredeln, je höher die Stufeder Bildung und Vollkommenheit iſt, auf wel-che sie die Menschen dann führen, desto größer
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3 (1800)
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