66ist und wird die Fähigkeit eines solchen Volkes,glücklich zu seyn, und immer glücklicher zu wer-den. Die Natur des Menschen selbst, die Ge-schichte des menschlichen Geschlechts, die Erfah-rung, sprechen so sehr für diese Wahrheit, daß,sie weitläuftig beweisen, an dem Verstande sei-ner Nebenmenschen zweifeln heißt.Ohne eine zweckmäßige, vernünfti-ge Einrichtung der Staaten, und ohnegute, darinn herrschende Gesetze, fin-det ebenfalls keine menschliche Wohlfarth undGlückseligkeit statt. Der Mangel von jener wür-de eben sowohl als der Mangel von diesen Un-terdrückung und Elend erzeugen. Die wildestenLüste würden allenthalben an der Wahrheit undTugend Statt herrschen, und alle Rechte sowohlals alle Pflichten vernichten. Ohne weise Staats-verfassung und gute Gesetze sinkt bald jede mensch-liche Gesellschaft in Barbarey und Rohheit zu-rück. Sie stellt uns dann kaum noch etwas bes-seres, als jenen Zustand im Thierreiche auf, woein Thier das andere würgt, oder wo nur eini-ge größere und stärkere sich in den Raub derkleineren und ſchwächeren theilen. Nein, nurda wo die Staatsverfassung auf Wahrheit undGerechtigkeit ruht; nur da, wo weiſe und guteGesetze gelten und herrschen; nur da kann auchder Mensch seine Würde behaupten; da nur sei-ne Rechte frey üben und frey seine Pflichten er-füllen;
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3 (1800)
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