45gezähmte und freche Laster, jezt beschämt zurück-treten, und sich vor den Augen der Welt ver-bergen werde? Luft nicht auch dem Religions-lehrer, der ganze gegenwärtige Zustand derMenschheit, der allenthalben sichtbare und wü-thende Kampf des Unglaubens mit der Religion,der' Unsittlichkeit mit der Sittlichkeit, zu viel-leicht ist es an dem, daß jene über diese trium-phiren, daß ſie ihre traurige Herrſchaft nochweiter ausbreiten, und die Welt mit Elend er-füllen sollen! Vielleicht werden Unglaube und Un-sittlichkeit, nachdem sie lange genug die höherenStände erniedrigt und herabgewürdigt haben,von diesen unter die Geringeren herabsteigen,und auch da jede Kraft zum Guten lähmen, je-de Quelle des Trostes und der Hoffnung vergif-ten! Vielleicht wird dann der gröseste Haufe desVolkes, der Bürger und Landmann, eben so tiefvon seiner menschlichen und christlichen Würdeherabsinken, als jene großentheils schon davonherabgesunken sind! Vielleicht werden dann Aus-schweifung und Zügellosigkeit allenthalben dasGlück der Familien, die Zufriedenheit des Le-bens zerstören, und jeden heitern des vernünf-tigen Menschen würdigen Genuß des Lebens ver-nichten! Vielleicht werden Unredlichkeit, Untreueund Verrath allenthalben das öffentliche Lebenschänden, und selbst jeden Keim der öffentlichenWohlfarth ersticken! Vielleicht wird die mit Ver-brechen
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