43tigste Religion in allen ihren beseligenden Wir-kungen gehemmt, und ihre Kraft, menschlicheHerzen zu bessern und zu veredeln geschwächt.Er ist es, in seinen Augen, der das Lasterschaamloß und frech sein Haupt emportragen,und alle Dämme der Vernunft, des Gewissens,der Schaamhaftigkeit und Ehre überschreiten oderdurchbrechen läßt. Vergeblich, vergeblich istseine Freude über die Zerstörung der Herrschaftdes Aberglaubens und der Thorheit gewesen,wenn statt derselben, die noch gefährlichereund unerträglichere Tyranney, des wildenUnglaubens, des frechen Lasters empor kommensoll.Und doch eröffnet ihm alles was er stehet,und um sich her wahrnimmt, diese trübe, kum-mervolle Aussicht. Doch muß er mit Wehmuthund Traurigkeit auf das künftige Jahrhundert,auf die kommenden Geschlechter blicken. Dennwas haben wohl bisher alle Belehrungen, alleVermahnungen, alle Warnungen der Vernunftund Religion; was hat das hellere, das sanfteehrwürdige Licht, in welchem diese von jenererblickt wird; was selbst die mannigfaltigste,traurigste Erfahrung von dem unaussprechlich-ſten; durch Unglauben und Religionsverachtunggestifteten Elende, geholfen? Sind nicht Reli-gions Gleichgültigkeit, Religionsverachtung undUn⸗
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3 (1800)
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