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3 (1800)
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22freylich, mit meiner Kurzsichtigkeit, nicht zufassen und zu begreifen. Um es zu können, müß-te mir der Plan der göttlichen Regierung nachallen seinen Theilen bekannt, und nicht nur be-kannt, sondern auch verständlich und klar seyn,welches zu denken oder zu fordern, eben so thö-richt als vermessen seyn würde. Aber Trostes undBeruhigung genug für mich, und jeden einzelnenweisen und guten Menschen, daß nichts Gutesunter des Unendlichen Regierung verloren geht,und daß nicht hier, sondern in einer andern Ge-gend seines die Zeit und Ewigkeit umfassendenReiches, unsere Reife und Vollkommenheit er-reicht wird. Dieser Gedanke stärkt mich, beyder Vorstellung einer vielleicht weniger glücklichenoder unglücklichen Zukunft, und erheitert selbstmeinen Geist, bey der trüben, kummervollen Aus-sicht, auf die Tage der Nachwelt. — Vielleichtwird der Geist des Leichtsinns, der Eitelkeit unddes Wahns, erst einen Stillstand in dem Reicheder Wissenschaften und Wahrheit bewirken, unddann das allmähliche Sinken, und den endlichenUntergang derselben veranlaßen, so wie er dasalles schon unter manchen andern, ebenfalls aufeiner hohen Stufe der Kultur stehenden Völkern,bewirkt und veranlaßt hat. Vielleicht wird dergute Geschmack, das feine und zarte Gefühl füralles Wahre und Schöne und Gute, anſtatt im-mer mehr gebildet und veredelt zu werden, erstfin-