81Staats=Revolutionen.Recht auf. Aber folgten auch die Grossen den Gesetzen,die gegen sie im römischen Rechte stehen?Und gesetzt, die Unterthanen wären eure Sklaven,euer Leibeigenthum geworden: könnt ihr darum verlan-gen, daß sie es ewig, und alle folgende Generationen esseyn sollen?! — Daß nur für Euch die Sonne lieblichaufgehe; daß nur für die Unterdrücker der Boden seineFrüchte gebe; daß Fünfzig und Hundert prassen sollen,damit mehrere Millionen Menschen elend seyn und dar-ben müssen? Wo stehet dieses Recht? Wo sagt dies dieVernunft? . . . (Aber Schriften, die dagegen eiferten,wurden verboten, und die Verfasser als Ruhestörer undgefährliche Menschen verbannt!) Ohe jam satis est!Kein Recht hat eine solide Haltbarkeit, wenn es nichteine Gegenverpflichtung enthält. Auch die späteste Nach-welt, wenn sie ein Gesetz siehet, muß es als ein Rechterkennen; es muß auf solidem Grunde ruhen; alles andereist Usurpation, ist mit dem Fluche belegt, der den letz-ten Besitzer in das gefährlichste Verderben stürzt!(Sehet auf Frankreich: — wer hat so ungeheuer vielzurückgeben müssen, als die Geistlichkeit und derAdel! — Wer wurde tiefer herabgestürzt? Auf wenfiel der Zorn der Nation heftiger als auf diese?Das soll der Vortheil bey Republiken seyn, daß keineHofschranzen die Schwächen der Regenten benutzen könn-ten; denn bey Republiken schwindet der Despot, dieNation aber bleibt.Die Erfahrung hat auch gelehrt, daß die War-nungen und alle bestgemeynten Vorschläge bey den Gros-sen keinen Eingang finden, oder wenigstens nie rechtmit Nachdruck ausgeführt werden; daß gar oft Lasten,die man abgenommen hat, in andere noch weit härtere
Druckschrift
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
Entstehung
Seite
81
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten