71Kirchen= und Religionszustand.Wesenleiter erhoben seyen; aber die Priester brüll-ten ihr Nego, und ihre Fleischhügel waren un-durchdringlicher als die Quadersteine der tartari-schen Mauer. — Wären die Geistlichen=Tyran-nen nicht gestürzt worden; so hätte man lange nochvergeblich die Menschenrechte angerufen; denn dasMönchen=Heer verrammelte überall die Wege. Siesassen wie Heuschreckenschwärme unter dem Volk,und verzehrten das Fett des Landes, ohne zu sei-nem Wohlstand und Glück etwas beyzutragen.Das französische Religions=Edikt, welches beyder ersten Ständeversammlung (1787.) erschien,enthielt schlechterdings nur, daß die Protestantenden Juden gleichgesetzt werden, und ein ehrlichesBegräbniß haben sollten. — Ja, die Juden hattennoch mehr Rechte, sie durften ihre Synagogen haben, aber den Protestanten sollte es ferner verbo-ten seyn, öffentlichen Gottesdienst zu halten.Also ward ihnen kein Bethaus, keine Kirche erlaubt.Traf man protestantiſche Geiſtliche an, die ſich alsGeistliche sehen liessen, so durfte man sie wie zu-vor — auf die Galeeren schicken. — Blos ein ge-setzliches Daseyn, gab man den Protestanten, dasheißt: Ihre Güter sollten gesichert seyn, aber zuden katholischen Schulen und Kirchen sollten sie ihreBeysteuern zahlen! zugleich wurden sie für unfä-hig erklärt, das geringste öffentliche DorfämtleinE
Druckschrift
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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71
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