Deutschland und die Republiken.37väter einmal frey waren! Du hast noch Denkmä-ler deiner ehemaligen Nationalgrösse! Männer,von altem deutschen Eichenschlage, auf die Her-mann und Luther mit Entzücken herabblikt, er-innern dich — wer du warst, was der deutscheBund seyn könnte! Ein Büschel Pfeile, die keinHerkules uͤber seinen erzenen Knien abzubrechenvermöchte, wenn du einmal mit Freyheitssinnihn brünstig umfassen wolltest! O — wie dann?Jetzt aber gleicht unsre Gesetzgebung, unsre Staats-verfassung, einer Orgel von vielen Registern undverschiedener Stimmung; wenn man die Koppelzieht, so heult alles wie Hunde und Wölfe durcheinander. Die Polizey wird in den meisten Städ-ten und Provinzen zur Schande unsers Namensverwaltet; da ist kein Gemeingeist, keine Volks-liebe, kein festes Reichsgesetz mit der Execution *);uͤberall aber militärische Gewalt gegen jeden, dersich rührt und seine Unterdrücker nicht segnet. Vwird ein so schändlicher Unfug mit den Rechtengetrieben als bey uns? Welche Pedanterie, Kleingeisterey und Weitschweifigkeit herrscht bey allenöffentlichen Verhandlungen! (Siehe Rastadt)*) Für diese Reichsverfassung sind die meisten Deutschenso gleichgültig, daß sie im Jahr 1787 die Türken lieber vorWien gesehen hätten! Ich habe ein gedruktes Blatt vormir, wo ich dieses Faktum aufbewahrt finde.C 3
Druckschrift
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten