Die Mächte von Europa.tionaleinklang. Ich kann mir nichts widerspre-chenderes, entgegenwirkenderes denken als deut-schen und rußischen Sinn! — Schweden undDänemark stehen da wie verlassene Länder, undwissen nicht wessen Beute sie werden sollen. Po-len keucht an der Auszehrung; man lähmt ihmalle Glieder; Preussen schaut weit herum — undwill überall Mittler seyn, siehet aber den Balkenin seinem eignen Auge nicht. Die deutschenReichsstädte sind schon lange Nullen in der Welt-geschichte. Wer kann jetzt sagen, daß die Fugender europäischen Staatsverfassung noch zusammenpassen? Nur bey einer fortdauernden Ruhe, kannbey dieser Schwäche, Europa noch aufrecht stehenbleiben; — ein Krieg aber, — ein Revolutions-krieg, würde alle die innern Gährungen zu einemalles verzehrenden Ausbruch bringen. Aber wasnoch das Schlimmste ist, man darf diese Uebelnicht einmal anzeigen; denn eine falsche Politikunterdrükt alle Freymüthigkeit. Wie Nichts sindunsre Zeitungsblätter, gegen das was geschiehet;und dies Wenige was wir erfahren, wie ist es soverunstaltet und krüppelhaft durch Zagheit, Men-schenfurcht, Unwissenheit, schiefe Darstellungdurch politiſche Verhaͤltniſſe!Der grosse Bund zwischen Oestreich, Preussen,Rußland, und dann zwischen diesen Mächten ge-
Druckschrift
Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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