Die Mächte von Europa.gläubige Märchen um den natürlichen Menschen-verstand zu berücken; hier herrscht Wohlstand,dort bittere Armuth; da ein friedliches Staats-system, dort macht das Kriegswesen die herrschen-de Parthey; — alles in Europa ist so verstimmt,so widersprechend, so zerrüttet, daß nur eineHaupterschütterung dieses bunte Gemisch in einegrosse übereinstimmende Weltbeglückung umschaf-fen kann.Hier schränkt man die Macht des päbstlichenStuhls ein, dort giebt man ihm neue Vorzügeund grössere Rechte. — Länder, wie die Schweizund Holland, wo sonst Freyheit und Großsinn war,werden kleinsinnig und verlieren ihren Nerf,(Spannkraft). Engelland möchte alles beherrschenund schwankt am Rande des Verderbens; Spanienschaft die Inquisition ab, und setzt sie wieder ein;Italien hält es mit der schlauen Politik der Ve-netianer=Aristokraten. Hier überall noch herrschtBigotismus, der die Flamme des Geistes nichtin Himmel schlagen läßt, sondern Erdwärts weht.Oestreich will mit Rußland die Welt theilen.Es opfert ſeiner Staaten Ruhe der Kriegsfuchtauf; überspannt ist der Bund zwischen diesen zweygrößten Mächten, und nichts ist unnatürlicher alsdieser Bund; — aber was sie wollen, werden sienicht können. Es fehlt an Gleichstimmung, Na-A 3
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Das Wetterleuchten über Europa am Ende des Jahrhunderts gesehen im Jahre 1788 :
(aus den Papieren eines verstorbenen Geistersehers)
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