⁵⁴293und so stark bewiesen haben! wie kann man Wahr-heiten verschmähen, ohne deren kräftigen Trost derMenſch ſo leicht unter den Schlägen des Schickſalsallen Muth und alle Freude verliehrt! Lehrt es nichtdie Erfahrung an Ruth und Naemi, an Sirach,an Simeon, an Jesu und an so vielen andern, daßdie Religion sie ermuntert und gestärkt habe, in derArmuth zufrieden, im Unglück gelassen, im Altervergnügt, im Tode getrost zu seyn? Habet ihr esnicht wohl selbst empfunden, daß euch der Glaubean Gott und Vorsehung über die Widerwärtigkeitendes Lebens beruhigte? hat dieser Glaube nicht auchin euch wohl den Ungestümm der Leidenschaften ge-stillt? Kummer und Traurigkeit, Furcht und Ver-zagen, Mismuth und Jammer aus eurem Herzenhinweggenommen? Saget, wes sollen wir uns trö-sten im Misgeschick, womit sollen wir uns ermun-tern in den trüben Stunden unsers Lebens, wennwir nicht mit Naemi denken wollen, es komme al-les Misgeschick von Gott, von Ihm, der mit Weis-heit und Liebe über Welt und Menschen waltet? Sa-get, habet ihr nicht selbst wohl Ruhe und Freudegeſchmeckt, wenn ihr die hohen Gedanken dachtet,welche die Religion erweckt, wenn ihr euch den ho-hen Gefühlen überließet, die sie veranlaßt, wennihr die köſtlichen Bilder feſthieltet, womit ſie uns er-quickt? Wie wollet ihr dem Gewirre widerwärtiger
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