287Stheiligen Umgang, wenn er unvermeidlich ist, soviel als möglich einschränken? sollte man nichtmit allgemeinem Wohlwollen sich darin vereinigen,dergleichen Vereinigung und Umgang, der dem einenwie dem andern zur Last ist, loser zu machen undaus Sorge für sich selbst einer dem andern erlaubenund behülflich seyn, nach seiner Neigung froh undungestört zu leben? Ja sollten wir es uns nicht zurPflicht machen, alle diejenigen Verbindungen, dieman nur der Mode wegen oder um kleinlicher Vor-theile geschlossen hat, sobald sie die Ruhe und Hei-terkeit unsers Geistes unvermeidlich zerstören, ausgegenseitiger Achtung aufzuheben? — Endlich5) müssen wir unsre häuslichen Sor-gen nicht ängſtlich werden laſſen; dennauch diese sind ein mächtiges Hinderniß des heiternSinns. Nicht Sorgen rauben die Ruhe; die sindin der menschlichen Seele das, was in einer heiternGegend die Wirksamkeit der Naturkräfte ist, welcheNutzen und Schönheit zugleich hervortreibt, son-dern nur ängstliche Sorgen. Wer für die Befriedi-gung seiner Lebensbedürfnisse und der Lebensbedürf-nisse der Seinigen zu viel zu sorgen hat, keinenAusweg, kein Durchkommen sieht; dem rauben dieSorgen ſeine Zufriedenheit und ſeine Gemüthsruhe;sie erwecken in ihm Begierden, Leidenschaften, hal-ten ihn fest, nehmen ihm Zeit und Lust zur Freude,
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