5277Frohgefühl erfüllen kann; sie leben und glauben so,daß sie weder der Gegenwart mit Freude genießen,noch der Zukunft mit Ruhe und Hoffnung entgegen-gehen können; eben dadurch verdrängen sie dieFreude von sich, statt ihre Herzen derselben zu öff-nen. Ja, es scheint als wenn unser jetziges Men-ſchengeschlecht nicht allein keinen Muth und keineKraft, sondern auch kein Wollen, keine Neigunghätte, sich mehr Heiterkeit zu verschaffen. Nichtgenug, so viele Hindernisse und Schwierigkeiten zufinden, schafft man sich deren noch immer mehrerein sich und um sich; und indem man so verfährt,klagt man über seine Schwermuth und sucht verge-bens dem gedrückten Herzen durch Thränen Luft zumachen. Wer uns bey diesem Benehmen aus derHöhe ansieht, der muß fast glauben, wir seyenentschlossen, unsre Ruhe bis zum letzten Stäubchenzermalmen, zu lassen und uns nicht eher nach derächten Heiterkeit umsehen zu wollen, bis das Herzganz und gar durchstoßen worden. Ach, kann eineverirrte Vernunft nur nach Sturm und Drang,nur nach gewaltsamen Erschütterungen zum Gebrauchihrer Kraft gelangen! —Meine Freunde! mag es immerhin schwer, recht7ſchwer ſeyn, — mögen es viele Menſchen verkehrt,recht verkehrt anfangen, um zur Heiterkeit des Gei-ſtes zu gelangen: darum iſt es doch nicht unmöglich,
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