⁵⁵244der Kindheit, alle unsre Güter, unsre Freuden,unsre Kümmernisse als ein Spielwerk unserer Ju-gend vorkommen würden, wobey wir unsre erstenKräfte versuchen lernten; — ob wir da nicht mitsanfter Geistesstille auf das Erdenleben hinab undim höhern Leben mit frohem Muthe um uns herblicken würden; — ob es nicht möglich seyn möchte,dachte ich, sich einen solchen stillen, ruhigen, hei-tern Sinn schon früher, schon hier auf Erden zueigen zu machen, bevor wir ins höhere Land ge-kommen wären? — Und indem ich so dachte, fielmir wieder die Familiengeschichte unsrer Ruth ein.Siehe, da traten die Bilder dieser vergnügten hei-tern Menschen vor mich hin. Ich sah sie im Geistein jenem Zeitalter eines rohen zügellosen Lebens,von tiefem Sittenverderbniß und von feindlichen Ver-heerungen umgeben; von vielfachen Unannehmlichkei-ten gestört; von mancherley hartem Ungemach ange-fallen. Wie, dachte ich, wie mochte ihnen doch zuMuthe seyn, wenn sie so vieles Herzeleid erfuhren.Wurde Boas nicht verdrießlich und ärgerlich, wenner unter einer so großen Menge von Dienern lebenund mit ihnen seine vielen häuslichen Geschäfte be-sorgen mußte? Was mochte doch Naemi wohl em-pfinden, als ſie mit den Ihrigen vor der Theurungaus dem Vaterlande flüchtete? und als sie ihrenGatten und ihre erwachsenen Söhne verlohr? und
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