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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
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161
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161SSchwachheit oder aus Temperaments=Untugendnicht. Freylich nicht auf einmal kömmt der liebrei-che Sinn in ein Herz, dem er nicht von Natur gergeben ist, so wenig als man irgend ein schweresgutes Werk auf einmal zu Stande bringt. Aberlasset uns nur unsern guten Willen nie fahren las-len, sondern unsre Vorsätze oft erneuern und stetslebendig in uns erhalten. Täglich haben wir Gele-genheit, liebreichen Sinn in unserm häuslichen Le-ben zu beweisen, und täglich können wir versucht wer-den, den Geist der Liebe gegen unsre Hausgenossenzu verläugnen: darum lasset uns auch täglich überuns selbst wachen, täglich in der Selbstbeherrschunguns üben, täglich uns selbst auffordern, in der Lie-be zu bleiben, täglich der Versuchung die Macht ei-nes festen unerschütterlichen Vorsatzes entgegensetzen.Und je schwerer uns das liebreiche Wesen wird, de-sto entschlossener und muthiger lasset uns dasselbeuns zu eigen machen wollen! Am Morgen, da wirerwachen, wie am Abend, da wie uns zur Ruhelegen, seyen unsre Gedanken und unsre Entschließunggen darauf gerichtet! Was für Gelegenheit werdeich heute haben, liebreichen Sinn zu beweiſen?so lasset uns mit uns selbst reden, ehe wir am Mor-gen in den Kreis unsrer Familie und zu unsern Be-ufsgeschäften kommen, und wie könnte ich heutewohl verſucht werden, die Liebe zu verläugnen?rh. u.