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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
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145
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00145liebreichen Menschen, von statten! Einer ermuntertden Andern durch freundlichen Blick, durch freund-liche Rede, durch freundlichen Rath und Beystand!Wüßten wir dies nicht aus eigener Erfahrung, sokönnten wir es an unsern Kindern sehen, die ihreaufgegebene Arbeit nie so fröhlich und gut vollbrin-gen, als wenn sie Gespielen, die sie lieben, zurSeite haben.Viertens muß das liebreiche Wesen, wenn es inunsern Häusern herrscht, auch unsre häuslicheTugend befördern. Denn es ist nicht zu läug-nen daß ein liebreiches Wesen an und für sich selbst,so wie der frohe heitere Sinn, welcher dadurch her-vorgebracht wird, grade die günstigste Stimmungfür die Beförderung der Tugend sey. Die Liebeverhütet so manche Leidenschaft, die sonst das Auf-kommen einer bessern Denkungsart so leicht verhin-dert; sie nährt das Herz mit reinen und edlen Em-pfindungen; sie macht uns geneigt, uns selbst zuverläugnen; sie spornt uns zu so mancherley häusli-chen Tugenden an und macht es uns leicht, sie zuüben; sie erheitert unser Gemüth und öffnet es dasdurch für die guten Eindrücke jedes edlen Ge-dankens. Die Liebe ist, eben darum weil sie sichnicht der Ungerechtigkeit, sondern der Rechtschaffen-heit freut, des Gesetzes Erfüllung. Darum ist unsauch der Anblick einer liebreichen Familie ein so an-Ph. U.