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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
125
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1²³oft gegen einander. Die Liebe sucht nicht das ih-rige: und wir vergessen es noch so oft, unterdenen, die um uns her sind, Freude zu verbrei-ten. Die Liebe bedeckt der Sünden Menge: undwir decken sie noch so oft auf und rücken sie unseinander vor.Nein, Herr, so soll es nicht seyn, auch das wissen wir. Wenn nicht Liebe in unsern Häusern wohnt, dann geſchieht nicht dein Wille, dann nennen wir dich Vater und sind nicht deine Kinder!Aber in solch einen verkehrten Sinn giebt sichder Mensch dahin und bedenkt es nicht, wie thö-richt und wie unkindlich er daran thut. Wir essenUnser tägliches Brodt, das du uns aus derFülle deines väterlichen Segens bescherst, und dan-ken Dir zu selten mit Liebe. Wir arbeiten mit vereinigten Kräften um dies tägliche Brodt undmerken es, daß Du auch durch Sorgen und Ar-beiten uns zur brüderlichen Liebe gewöhnen willst:und täglich lassen wir es noch an der Liebe man-geln, täglich lassen wir uns noch bald Kälte, baldBitterkeit zu Schulden kommen.Vergieb, o Vater, vergieb uns unsreSchulden! gieb uns doch immer deutlicher und lebendiger zu erkennen, daß ohne Liebe die Freudeaus unsern Familien entweicht, daß ohne Liebedie Leiden des Lebens zu schmerzlich drücken, daß