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Einige Predigten über das Buch Ruth
Entstehung
Seite
97
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4497nur einander die Zeit verderben und das Leben ver-kürzen! Lasset uns doch wieder sprechen wie wirsmeynen, und thun, wie es uns ums Herz ist!uns freuen, wann wie fröhlich sind, nur dann kla-gen, wann wir trauren! Lasset uns doch schweigen,wenn uns das Reden nicht von Herzen geht! Lassetuns doch nicht heucheln, lasset uns schlecht und rechtdahin leben, grade und dreist der Welt zeigen, wiewir denken und wie wir's meynen!Denket euch doch das Bild einer Welt, worineine solche edle Einfalt herrscht, worinn Alle vonHerzen zu Herzen reden und sich einander zeigenwie sie sind: bedarf es dann noch wohl irgend einerEmpfehlung derſelben? Muß es nicht einem Jedenvon selbst einleuchten, daß in einer solchen Welterst das wahre Glück zu finden sey? Muß esnicht ein Jeder begreifen, daß unter solchen Men-ſchen erſt der rechte Umgang, die wahre Freundeschaft und Liebe und mit derselben die rechte Freudestatt habe? Sprechet, möchtet ihr hier nicht lieber,als irgendwo, den Weg durchs Leben gehn? undwerdet ihr irgendwo sicherer Glück und Freude fin-den, als in dem Lande, wo die Menschen an Herzund im Leben einfach, schlecht und recht sind, weni-ger bedürfen und gar nicht heucheln?Und saget, wo wandelt der Mensch wohl siche-rer den Weg der Tugend? wo ist er weniger derDh. 11.