0•048wo ihnen nicht viel anderes übrig bleibt, als Schwei-gen und Anbeten, geduldig seyn und auf den Herrnhoffen, in den Willen des Unergründlichen sich erge-ben und auch aus dem Unglücke Weisheit und Tu-gend lernen. Es muß wohl nicht anders seyn kön-nen, als daß der häusliche Stand, wie jeder andre,ausser seinem Frieden auch seine Last hat: und da-rum wollen wir uns darauf gefaßt halten, daß esauch fernerhin so seyn, ja so seyn wird, selbstwenn wir inskünftige durch größere Ueberlegung,Weisheit, Vorsicht, und Herzensgüte manches Leidund Ungemach werden entfernet haben.Aber dagegen lasset uns auch anfangen, Geliebte,von unserm häuslichen Leben etwas höher zu denken;als wir zu thun gewohnt sind. Lasset uns von demselben nicht mehr bloße Erleichterung unserer Sor-gen und Beſchwerden, nicht mehr bloße Vermeh-rung unsers Glücks und bloße Linderung unsers Un-glücks erwarten. Es giebt eine höhere Ansicht deshäuslichen Lebens, bey der wir besser fahren; eineAnsicht, bey der unsre Erwartungen nicht könnenvereitelt, unsre Hoffnungen nicht können getäuschtwerden; eine Ansicht, bey der wir unsre Arbeitenfröhlicher wirken, den Fügungen des Schicksals ru-higer zusehen, die Widerwärtigkeiten muthiger er-tragen, die Freuden weiſer genießen, der Zukunftgetroster entgegen gehen, den Frieden unsers Her-
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