439*ten lassen; er der Hüter Israels schläft und schlum-mert nicht. Auch in dem verderbtesten und gefähr-lichsten Zeitalter läßt er es uns und den Unfrigennicht an Aufmunterung und nicht an Schutz undnicht an Beystand und nicht an wirksamer Kraftmangeln. Sein göttlicher Geist bleibt zu jeder Zeitwirksam. Nur wir Menschen sind zu kurzsichtigund zu schwachmüthig, um seine wirkende Handstets gewahr zu werden und stets getrosten Muths zubleiben. Lehrt es nicht die Erfahrung, daß der Mensch,jemehr er zunimmt an Einsichten und Erfahrung, undje genauer er die Welt und ihren Zustand kennen lernt,deſto ruhiger dem Laufe der Dinge zuſieht? — Omeine Freunde, wenn uns das nicht etwas Tröstli-ches ist, in dem schrecklichen Zeitalter der israeliti-schen Helden solche trefliche Menschen, wie RuthNaemi und Boas zu finden; wenn uns das nichtabhält, an der Menschheit jemals zu verzweifeln;wenn uns das nicht Muth giebt, auch in gefährlichenZeiten die Hoffnung zu hegen, daß die Unſchuld derUnseigen werde gerettet bleiben: was kann dannuns beruhigen unter den Unvollkommenheiten, diewir auf der Erde in Gesinnungen und Wandel derMenschen erblicken?Aber freylich, unthätig dürfen wir bey dieser An-sicht nicht bleiben; jene köstliche Erfahrung muß unszugleich auch zur Ermunterung dienen. Ermuntern
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