5•437fährlichsten Zeitaltern am lehrreichsten für uns. Hier,wo das Sittenverderbniß und die Lasterliebe den Men-schen in seiner tiefsten Erniedrigung darstellen, hierzeigt ihn die Tugend auch in seinem höchsten Glanze.Hier, wo die Welt mit ihrer Lust seinem Herzen amgefährlichsten wird, hier behauptet er, wenn er seinHerz rein und gut erhält, auch seine höchste Würde.Wo könnten wir uns augenscheinlicher überzeugen,daß der Mensch etwas Großes Gutes werden könne,als da, wo wir gute Menschen von allen Gefahreneines verderbten Zeitalters umringt und unter allenVerführungen fest und standhaft sehen! Da stehenund wirken sie diese Edlen und lassen sich vom Stro-me des Verderbens nicht fortreissen. Da sehen siedas Unwesen der rohen verwilderten Menge,und erheben sich über sie und wirken in stiller Thä-tigkeit das gute Werk der Tugend und Weisheit.Da sehen sie die wilden Ausschweisungen zügelloserBegierden, — und bewahren mit strenger Gewissen-haftigkeit die Unschuld ihres Herzens. Da sehen siedas Treiben und Drängen des Leichtsinns und derUnbändigkeit, — und halten mit ernster Seele festan den Grundsätzen der Wahrheit und des Rechts.Da sehen sie das schändliche Spiel der Falschheitund Betrügerey, — und bleiben wahr und aufrichttig. Da sehen sie die Selbstsucht, die niedrige Be-gier, die schnöde Wollust, den Hohn der Spötter,
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