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Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
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Auch die Entwicklung der körperlichen Form hängtgröfstentheils von dem Einllusse des Himmels, derSitten und der Lebensweise eines Volkes ab, unddarum konnte die bildende Kunst in den Niederlan-den nie das werden, was sie in den milden Klima-ten von Griechenland und Rom geworden ist. Dorterscheint der Mensch im ewigen Kampfe mit derNatur, und was er dem Leben abgewinnen kann,sind kurze Erholungsstunden nicht heitre Ruhe,sondern trage Abspannung. Hier bot ihm die Naturalles freiwillig und mit liebender Hand ; kaum fühlteer seine Abhängigkeit von der Nothdurft des Tages,und war weit entfernt, seine edelste Kraft an dieBefriedigung eines gemeinen Bedürfnisses setzen zumüssen. Darum kam er da auch nie auf den ernie-drigenden Irrthum , sich seinen höchsten Lebensge-nufs aus der Stillung solcher Bedürfnisse bereiten zuwollen. Die Natur, die den Niederländer umgiebt,ist mehr gemacht, ihn zum Landschafter als zum histo-rischen Mahler zu bilden. Den schönsten menschli-chen Formen klebt dort immer eine gewisse Derb-heit an, und auch das innere Leben ist weniger freiund aufstrebend, weil der Körper zu bedürfuifsreichist. Aber wenn der niederländische Künstler auchweniger Meister ist im Reiche der Formen, soherrscht er desto mächtiger im Reiche der Farben,und diesen Vorzug verdankt er unstreitig wieder au-Ans. <]. Uli. 3. lieft. 10