64 ------------
der Formen ein Auge haben. Ein Hoher trefflicherGeist spricht sich in allen seinen Werken aus, undder zahllose Reichlhum seiner Schöpfungen in einemLeben, das durch so viele Geschälte und Zerstreu-ungen befangen war, ist ein hinreichender Beweis,mit welcher Leichtigkeit er sich in seinem eigen-tümlichen Element bewegte. Den Vorstehern derhiesigen Peterskirche halte er, für seinen Taufschein,eines seiner Meisterstücke, die Kreuzigung des Apo-stels Petrus, zum Geschenk gemacht. Abgesehendavon, dafs der Moment verfehlt wurde, indem derHeilige schon wirklich mit aufwärts gekehrten Füfsenan das Kreuz genagelt erscheint, was aber freilichganz Rubensisch ist, so einhielt dieses Bild alleVorzüge seines Meisters, und gehörte unter dieHauptwerke der flamändischen Schule. Gegenwärtighängt es im Museum Napoleon zu Paris.
Der Geist dieses grofsen Mahlers scheint in einemjungen hiesigen Künstler wieder aufzuleben. SeinName ist Josef Hof mann, und seine beiden inWeimar gekrönten Preisstücke: der Tod des Rhe-sus, und Hercules, wie er den Stall des Au-gias reinigt, zeigen von einer seltenen Erfindungs-kraft und einem wahrhaft Poibensischen Geiste inRücksicht auf Kraft und Fülle in Formen und Aus-druck.
Die beiden Manskirsch, Vater und Sohn, sind