zählt. Eine solche Menschenmasse in einer wenig'bevölkerten aber stark von Fremden besuchten Han-delsstadt, ohne Eigenthum und ohne Achtung Fürdasselbe, herabgewürdigt durch Müfsiggang und Bet-telei , bekannt mit allen Kunstgriffen und Ränken desGaunerlebens, kann früh oder spät eine schrecklicheKatastrophe herbeiführen, wenn die Regierung nichtdurch kräftige Mafsregeln das Übel mit der Wurzelzu heben sucht.
Köln hat einige wenige heitre Strafsen und einpaar öffentliche, mit Bäumen besetzte Plätze, diesich aber in den traurigen Umgebungen unangenehmverlieren.
Unter den Kirchen verdient der Dom den erstenBesuch. Auch unvollendet, wie er dasteht, ist ereines der schönsten Denkmäler teutscher Kunst, de-ren Charakter sich in Kraft und Gröfse ausspricht.Konrad von Hochsteden legte im Jahr 1248 denGrundstein zu diesem Tempel, und am Ende desfünfzehnten Jahrhunderts wurde noch daran gebaut.Hundert Säulen von ungeheurem Umfang stützen —in vierfacher Reihe — das kühn gewölbte Schiff;das Äuge verliert sich in dein unendlichen Räume,der Geist fühlt sich im Anfange niedergedrückt, underhebt sich erst wieder mit dem Gedanken, dafsdieses Riesenwerk von Menschenhand gegründet sei.Das Helldunkel, welches in der Kirche herrscht,