---------------- iv-
sämmtliche Protestanten. Vieivxhnhtmdert Wohnun-gen wurden durch diese scheusliche Inquisitionsactoleer; aber bald blühten Mühlheim, Düsseldorf, E1-berfeld, Crefeld, Sohlingcn, und andere Städte durchden Kunstfleifs dieser Geächteten auf — ein schrei-endes Zeugnifs über den Unsinn der Machthaber inKöln, aber für sie ein Beispiel ohne Frucht.
Die Zeit hat Wahrheit und Vernunft wieder inihre Rechte eingesetzt. Im Jahr 1797 beschlofs diedamalige Municipalität, den Protestanten freie ReK-gionsübung und Bürgex-rechl. anzubieten. Doch wirddiese Stadt noch lange die traurigen Spuren fanati-scher Verheerung an sich tragen. Mehr als ein Vier-theil derselben wird gegenwärtig als Acker und Gar-tenfeld benützt. Vor der französischen Besitznahmebelief sich die Zahl der hiesigen Bettler auf olinge-fähr zwölftausend. Sie hatten ihre bestimmten Plätzevor den Kirchen und Kapellen, welche als Familien-eigenthum betrachtet wurden , und von den Alternauf die.Kinder vererbten. Vor den Pforten der zahl-losen Klöster fanden sie ihr Mittagsbrot. Aber dieKlöster sind aufgehoben, und diese zwölftausendMenschen — leben nun grofsentheils vom Schleich-handel , der hier ohne Scheu und öffentlich getrie-ben wird. Nicht selten giebt es blutige Fehden zwi-schen den Zollbedienten und diesen rüstigen Bett-lern, wobei man denn oft Todte auf beiden Seiten
Ans. d. Rh. 5. Heft. 8