und die, auf der andern Seite, durch die treue Folg-samkeit , womit sie der Herrschaft des moralischenInstinkts gehorchten, eine gewisse Lauterkeit desGemüths — und bei der Kraft ihres Willens — einereitzende Einfalt der Sitten sich erhielten, wovonwir wenige Beispiele unter uns haben, weil unsereBildung eigentlich blofse Verfeinerung ist; aber wieeng war denn docli auch der Kreis, worin sichdieses gepriesene Volk der Miltelwelt bewegte, wiebeschränkt waren ihre Ansichten des Lebens. Ihreeanze Kraft wurde nur durch kleinliche I.eidenschaf-ten aufgeregt; es war der Kampf eines regellosenElements, das sich nicht in die Schranken der Ord-nung fügen will: und der Preis aller Mühe — ge-wöhnlich nur die Befriedigung eines gemeinen Be-dürfnisses. Die Liebe selbst konnte kein Geinüthveredeln, in welchem sich die unsichtbare Welt nurals eine drohende Erscheinung spiegelte, das dieschöne und erhebende Zuversicht auf sich selbst ent-behrte , und vor ihr als einem Verbrechen zitterninufste!
Oft safs vielleicht dort, am eingesunkenen Fen-stergesimse , ein holdes Mädchen, und blickte hinabin die grofse Landschaft, und hinauf zum unendli-chen Himmel, und die Ahndung eines SchonernDaseyns erfüllte ihr Geinüth mit einem freudigenSeimen — ihre bewegliche Fantasie gewann deinAns. ä. Rh. 3. Heft. %