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Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
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iibergelnickten Felsenwand angenehm bricht. Untenliegt das Dörfchen Niederhammerstein, ehemals einebefestigte Stadt. Kaiser Heinrich nahm sie im Jahr1020 mit dem Schlosse zugleich ein, und verjagteden Besitzer, einen Grafen Otto, der hier wie soviele Ritter seines Zeitalters vom Steigbügel lebte,die Reisenden niederwarf und die vorüberfahrendenSchiffe anhielt und plünderte. Die Burg mochtespäter wieder hergestellt worden seyn , denn 85 Jahrenach ihrer Zerstörung suchte und fand der geächtetevierte Heinrich auch hier eine Herberge und Schutz.Auch im dreifsigjährigen Kriege wurde die VesteHammerstein einige Male belagert und eingenommen,und im verhängnifsvollen Jahre 168S von den Fran-zosen zum zweiten Male zerstört.

In dieser Gegend, wo jeder Berg, jede Fclsspitzedie Überreste einer Warte oder das zerfallene Ge-mäuer eines Kastells trägt, fühlt man sich so ganzin die wilden Zeiten des Ritterwesens versetzt, dieman uns so häufig als das Zeitalter teutscher Treue,teutschen Muths und teutschen Biedersinns zu prei-sen versucht bat. Es ist sonderbar, dafs die Ein-bildungskraft ihre Ideale gewöhnlich aus einein kul-turlosen Zeitalter hernimmt, und dafs wir mit unsernEmpfindungen so gern unter Menschen flüchten,denen die Unsicherheit ihres äufsern Zustandes aller-dings die Individualität des Charakters bewahrte,