Druckschrift 
Mahlerische Ansichten des Rheins von Mainz bis Düsseldorf : mit 3 Kupfern u. 1 Karte
Seite
58
Einzelbild herunterladen
 

58 --------------

zerstört zwischen Felsen, und sind mit wildem Ge-Strauch überwachsen. Die dunkeln hohen Bergeumher, das tiefe Schweigen der Einöde alles wiegtdas Gcniüth in Ernst und Wehmuth.

Tiefbewegt stand ich am Brunnen, den die schwär-merische Hildegard, mit eigner Hand grub, und anihrer stillen Gruft, die in dieser Abgeschiedenheitein schauerliches memento mori für den Wandererist, und dachte der Thranen , die einst hier geweintwurden.

Itzt sind sie getrocknet, und gelöst ist den Ar-men , in sich Gescheuchten Jas dunkle Räthsel desLebens!

Noch soll der Schiffer, wenn Orkane dräun,jlin alten Dom sie warnend schweben sehn ;Ein matter Fcuerglanz zuckt am Gestein,TVo Meteoren gleich die Schleier wenn.

Die Blumciikette der Geselligkeit

Durchschlang, o Jungfrau n , eure Pfade nicht!

Euch spendete des Lehens Rosenzeit

Nur welke Kränze, wie der Gram sie flicht.

Der Muttername, für ein zärtlich Ohr,Der Stimme der Natur noch unentwöhnt,Der höchste Zauherklang im Schöpfungschor,Hat nie den Himmel euch, ins Herz getönt.