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Schatten auf das Binger Locli, in welchem der Flufssicli zu verlieren scheint. Aus hohen über einandergeschichteten Felsenmassen wachsen gleichsam dieRuinen alter Schlösser hervor; senkrecht windet einschmaler Pfad sich zu ihrem Fufs herab, wo auswilden Hecken und Bäumen die öden, halbzerstör-ten Mauern der Clemens-Kirche hervorblicken.
Gegen diese finstere Bergwand dreht sich derStrom in heftiger Bewegung, und scheint noch überden Widerstand zu grollen, den er einst liier gefun-den , dann wendet er sich rasch gegen die nördlicheSeite, und stürzt in zürnendem Ungestüm furchtbartosend über das Binger Felsenloch hin, wo düsterund einsam, wie eine Geisterburg, Hatto's ThurmSteht, vom schäumenden Gestrudel umrauscht.
Wie verschieden ist diese Gegend, von den freund-lichen Auen um Biberich und Hattenh'eim ; dort sinddie lachenden Gärten des Alcinous, hier denkt mansich den wilden Aufenthalt des Kyklopen, den derDulder Odysseus auf seiner Irrfahrt überlistete.
Links gegen den Schlund hin liegt Bingen mitseinen gothischen Thiiruicn" und mit den ehrwürdi-gen Namen seiner Brunnen und Thorc, und dane-ben ergiefst die Nahe sich in den Rhein.
Diese Stadt rühmt sich umsonst der Ehre, vonDrusus, dem Gerinaniker, erbaut, und vonKaiser Julian verschönert worden zu seyn. Auiser