HR. Nr. 1405. 549
hundert« zu zählen. Er trat 1531 in Leipzig auf, und lieferte bis1554 treffliche Werke, in welchen man den Einnuss des Lukas Cranacherkennt. Der Churfürst Johann Friedlich I. , oder der Grossmüthige,beschäftigte ihn fast ausschliesslich. Er schnitt die Stempel zu seinenThalern und zu anderen Münzen, und dann zu mehreren Medaillen.In der herzoglichen Sammlung zu Gotha ist auch ein Reliefbildnissdieses Fürsten in Holz von 1535. Von noch grosserer Bedeutung istaber der Medaillon mit dem Brustbilde desselben im Ornate und mitdem sächsichen Wappen. Der Churfürst ist im 32sten Jahre vorgestellt,nämlich 1535. Abgebildet bei Tentzel VII. N. 1, Micris II. N. 429,und bei Köhler II. auf dem Titel. Das Original ist selten und wiegt4'/t Loth. Ein grosser prächtiger Medaillon gibt das erhabene Brust-bild des Kaisers Carl V.: Anno Sal. MDXXXVII. Aetatis SuaeXXXVI. Auf dem Revers ist der gekrönte Doppeladler und des KaisersWahlspruch: Plvs Ovltre. Abgebildet bei Mieris II. p. 4(iti, KöhlerXXII, p. 241, und bei Bolzeuthal Taf. 13. Die verschiedenen Thalermit dem Bildnisse des Churfürsten Johann Friedrich I. von 1535—1552 beschreibt Madai. Wir erwähnen nur noch den Medaillonmit Christus am Kreuze, und Adam und Eva auf den Revers: JoannesFriderieus Kleetor Dux Saxoniac fieri fe. 1536. Dieser Medaillonwiegt 4 Loth 1 Quint, dasselbe Schaustück ist aber auch in kleineremFormate vorhanden. Tentzel I. 8. N. 1 und 2. Ein anderes grossesSchaustück stellt die hl. Dreieinigkeit vor, den Vater auf dem Throne mitdem Leichnam des Sohnes auf dem Schoose. Aus der Schrift aufder Rückseite ersehen wir, dass Reitz diesen Medaillon 1554 inLeipzig gefertiget habe. Tentzel II. 8. Ein dritter symbolischer Medail-lon stellt Christus von sieben Leuchtern umgeben vor, und Johannesauf dem Angesichte: Relevatio Christi Quam Dedit .Uli Dens etc.Ein satyrisches Schaustück nach der Zeichnung von N. Amsdorf hatdie Umschrift: Efßgies Cardinum Mundi MDXXXXI. Auf diesenund anderen Geprägen kömmt das Monogramm abwechselnd mit denInitinlen H. R. vor.
Heinrich Reltz der jüngere, Goldschmied und Medailleur, trat1588 zu Leipzig in Dienste dos Churfürsten Christian I. von Sachsen,und bediente sich ebenfalls des Monogramms, so wie der Initialen HRund [IRK Es zeichnete aber schon früher ein Künstler oder Münz-meister // R. Diese Buchstaben stehen auf einem Thaler mit demBildnisse des Churfürsten Philipp des Gutmüthigen von Hessen 15(54.Der Stempel kann weder von dem älteren, noch von dem jüngerenReit/, herrühren. Letzterer fertigte die schöne, mit dem ersten Zeichenversehene Medaille mit dem Bildnisse des Churfürsten Christian I.von Sachsen , welche Bolzeuthal in den Skizzen zur KunstgeschichteS. 193 beschreibt. Abgebildet hei Tentzel Taf. 19, N. f>. II. Reitzarbeitete auch für den Braunschweig'schen Hof. Sein Werk ist derHR gezeichnete Medaillon mit dem Brustbilde des Herzogs HeinrichJulius von Braunschweig 1612. Schlickcyson schliesst mit dem Jahre1618 mit ihm ab.
Heinrich von Rennen, Münzmeister in Berlin 1003—1605, inDresden 1605 — 1624, zeichnete mit dem Monogramme, und mitden Initialen HR, bediente sich aber als Siegle gewöhnlich einesSchwanes.
Hans Rücke, Münzmoister in Bremervörde 1616—1618, in Mois-burg 1622—1626, und in Harburg 1626—1027. Er zeichnete ///}.,verband diese Buchstaben zum Monogramme und fügte auch das dritteZeichen bei.