Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
550
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550 HR. Nr. 1406-1408.

Henri Roussel, Stempelschneider in Paris 1651—1741 , fertigteStempel zu Münzen und Medaillen, fügte aber selten das Monogrammbei. Zuweilen kommen auch die Initialen HR und II RF vor.

1406. Henri le Roy, Zeichner und Kupferstecher, geb. 157!),TT, war im Fache der Kunstindustric thiilig. Wir haben ihn schonn^- unter den Cursivcn /*. /. R. f. eingeführt, es wäre aber wohlmöglich, dass es sich hier um einen älteren Künstler dieses Namenshandle. Das gegebene Zeichen schreibt ihm Heller zu, und er wirdwohl Grund haben. II. lc Koy stach neben andern zwei Folgen von sechsBlättern mit Vögeln, welche selten vorkommen. Heller sagt nicht,auf welchen Blättern das Monogramm beigefügt ist.

1407. HansRepfl, Bildschnitzer, welcher um 1575, wahrscheinlichf-|\ in Wien thätig war. In der k. k. Ambraser-Sammlung ist eingrosses, auf das feinste verzierte Tokkatille-Spiclbrctt von ihm. Aul'der einen Seite ist das Damenbret, auf der anderen der Mühlzug, jedemit eingelegten Arbeiten von vielfarbigem Holz und mit Metallverzier-ungen. Auf der Seite des Mühlzuges ist das Wappen des ErzherzogsFerdinand (Tirol als Herzschild) umgeben von zwölf Wappenschildender einzelnen Länder. Den Band der Innenseite zieren sieben kleineReliefs mit den Planetcngöttern, fein aus Buchsbaum geschnitten. Dasachte Schildchen enthält die Austheilung der sieben Planctcntage, dieJahrzahl 1575 und das obige Monogramm. In der Mitte des Brettessieht man das Urtheil des Paris und den Raub der Helena in ein-gelegter Arbeit. Ganz ausgezeichnet sind die zu diesem Spiele ge-hörigen 29 Steine mit den Bildnissen der Erzherzoge von Oesterreich.Auf einem steht: Hans Repß 1577. Vgl. Baron v. Sacken, die k. k.Ambraser-Sammlung II. S. 118.

1408. Unbekannter Siegelschneider oder Graveur, welcher um5R 16!)ü —1700 gelebt haben könnte. Er fertigte das schöne Siegeldes Abtes Cölestin von St. Gallen, welcher in den genannten Jahrenden Krummstab führte. Der Abt ist sitzend vorgestellt mit einemoffenen Buche in der Rechten. Der Sitz mit reich im gothischenGeschmacke verziertem Baldachin gleicht einem Altare, und unterhalbdesselben zu den Füssen des Abtes ist ein quadirter Schild mit denwahrscheinlich vereinigten Wappen der Abtei und des Abtes Cölestin.Das Siegel hat eine ovale Form mit der Randschrift: SIG1LLVM.ABBATIALE. COELKSTINI. ABBATIS. MONASTERII. SAJSTI.GALLI. II. 3 Z. 3 L. Br. 2 Z.

Hektor von Zollikofer aus St. Gallen verbreitete in neuerer ZeitAbdrücke von diesem und anderen Siegeln. Er ist der Verfasser desWerkes : Der Siegelkünstler oder deutliche Anleitung zu der Kunst,sowohl einfache als zusammengesetzte, als auch heraldisch bemaltesehr schöne Siegel-Abdrücke zu fertigen etc. St. Gallen 1033, 8.Das Siegel des Abtes Cölestin ist meisterhaft gravirt, und hat durch-aus nichts vom Geschmacke der Zeit, in welcher Abt Cölestin lebte.Es ist also entweder nach einem älteren Siegel copirt, oder es wurdeder Rand eines solchen weggenommen, und durch einen neuen mit derSchrift ersetzt. In ersterem Falle würde aber der Copist das Mono-gramm wohl nicht aufgenommen haben, es müssto denn seyn, dass dieAnfangsbuchstaben seines Namens ebenfalls // R gewesen wären. EinMonogramm dieser Form führte in der ersten Hälfte des 17. Jahr-hunderts der berühmte Medailleur Heinrich Reitz, und das Siegel istso schön, dass er es gefertiget haben könnte. Dann wäre aber derRand angesetzt, was ausführbar ist