HR. Nr. 1295 —1296. 545
1395. Hans Rogel wird jetzt fast allgemein der Träger dieses... y-. ,-.. » Zeichens genannt, es wird sich aher zeigen,
l —/< +, f\—\ dass der a ' s Formschneider und Modelleur■L 1 \- f / ll bekannte Künstler H. Rogel der Urheberdes Werkes mit diesem Monogramme der Zeit nach nicht seynkann. Es ist diess ein Epitaphium von Metall, auf welchem in deroberen Abtheihing Christus am Kreuze mit der hl. Jungfrau undSt. Afra auf der einen, und St. Johannes und St. Ulrich auf der anderenSeite eingravirt sind. Unten knieen in einem Kreuzgange fünf männ-liche und drei Weibliche Figuren, und die lange Grabschrift besagt,dass 1504 am St. Bariclmcs Tag die ehrbare Frau Afra Adelgaisin,Ulrich Schmid's selige Hausfrau gestorben sei, und sofort sind dieanderen Mitglieder der Familie eingetragen. Ulrich Schmid starb 1517,Appollonia Sclunidin, Jörg llairnhofcr's Hausfrau 1519, und der letz-verstorbene ist Hans Schmid, welcher 1555 das Zeitliche vcrliess. Untenin der Mitte stehen die Buchstaben VW iUMi und HM 1540.
Hans Rogel wurde 1552 geboren, und konnte daher 1540 diePlatte nicht graviit haben. Sie ist aber jedenfalls noch älter, da dasKreuzbild und das Costüm der Figuren auf eine frühere Periodeschliossen lassen. Die Buchstaben mit der Jahrzahl 1540, und dasTodesjahr des Hans Schmid wurden daher später eingestochen. DasFpitaphium Hess wahrscheinlich Ulrich Schmid für sich und seine FrauAfra Adelgaisin fertigen, weil zu den Seiten des Heilandes ihre Schutz-patrone vorkommen, welche indessen auch jene der Stadt Augsburg sind.
Dieses Epitaphium soll in der St. Ulrichs Kirche zu Augsburgangebracht gewesen seyn. Zu Anfang unsers Jahrhunderts war es inanderen Händen, wahrscheinlich in jenen des Kupferstechers undKunsthändlers llortel, der diese Abdrücke verkaufte. Es wurde zuerstdie ganze Platte abgedruckt, welche 80 Z. 0 L. hoch, und 14 Z. 9 L.breit ist. Unten am Mauerwerke, welches das von drei Säulen getrageneSouterrain bildet, sieht man das erste Zeichen, welches sicher Zusatzaus der Zeit des Abdruckes der Platte ist. Letztere scheint dann durch-schnitten worden zu seyn, indem man auch Abdrücke der oberen Ab-teilung mit dem Kreuzbilde und den heiligen Personen findet. Jetzterscheint das Monogramm in der Mitte unten verkehrt, da es sich umeinen Gegendruck handelt Das Papier mit der oberen Abtheilung istsehr grob, und es wurde absichtlich ausgesucht, um dem Stiche einaltes Ansehen zu verleihen. Das Bild ist 13 Z. (i L. hoch, die Breitedie gleiche mit dem ganzen Epitaphium.
Wir dürfen mit Sicherheit annehmen, dass das Monogramm zurTäuschung aufgesetzt wurde. Durch den Abdruck ging aber auch dieGrabplatte zu Grunde, indem unseres Wissens jede Spur derselbenverschwunden ist. Die schönsten Abdrücke sind jene der ganzenPlatte, roh die der oberen Abtheilung mit dem Kreuzbilde von derGegenseite. Man glaubt, dass die Platte vergoldet gewesen sei, es ist"bor nicht erwiesen.
1396. Hans Rogel, Formschneider und Stadtgerichtswaibel in■T ry _ Augsburg, geb. 1532, gest. 1592, wurde schon im vorhergehen-"**\4 den Artikel genannt, wir haben aber ersehen, dass er nur durchFälschung zu dem erwähnten Epitaphium gelangte. Hier aber könnenwir ihm mit Recht Formschnittwerke zuschreiben, deren die früherenSchriftsteller über Monogrammenkunde nicht kannten. P. v. Stettenwusstc indessen von einem Plan der Stadt Augsburg im Holzschnitte«nd von einem Modelle derselben, welches der Künstler 1563 gefertigthatte. Wir gehen auf diesen Plan der Stadt näher ein, und bemerken
Monogrammistcn Bd. III. 35