Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
546
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S46 HR. Nr. 1397 — 1398.

vorerst noch, dass Hans Rogel 1864 auch einen Calendcr in Holz ge-schnitten habe, auf welchem aber das Monogramm gänzlich abweicht,so dass wir es unter R H F bringen müssen.

1) Das Bildniss des Hans Uogel, Brustbild von vorn gesehen. Erhat einen starken Bart und kurze, etwas gelockte Haare. In derrechten Hand hält er ein Schneidemesser, und in der linken einenHolzstock, so dass sich der Formschneider kund gibt. Auf dem Stockesteht in fünf Zeilen untereinander: ANNO\- 180(1 \AETATIS SVE \LV1 1, und den Schluss macht das obige Monogramm. Rechts oben imweissen Grunde ist Ilogel's Wappen, in welchem ein bekränzter Kopfsich zeigt. Auf dem geschlossenen Helme erhebt sich zwischen zweiBüfl'elhörnern eine ebenso bekränzte nackte Halbflgur mit dem Schneid-messer in der linken Hand. II. 4 Z. 8 L. Br. 3 Z. 10 L.

2) Der Plan von Augsburg, welcher zugleich auch Aufriss ist, dadie Gebäude darge-tcllt sind. Links oben ist der Reichsadler imLorbeerkranze, rechts das Stadtwappen, und auf einem fliegendenZettel liest man: Dess Hailiijen Römischen Reichs Stall Augspurg etc.Eine unten befindliche Tafel enthält die Benunnunngen der Thore,Gebäude und Strassen. In einer zweiten Tafel rechts steht: Gründt-liche Form t>n eigentliche anzeigung der — — Reichslatl Augs-purg , wie sy yelziger zeit gestallt — • Welches Hanns Rogel ■Formschneider, mit sonderm fleis vnd nilhabender mühe, vmb willenmeiner Vatterlandts, demselben zu ehren zu willig gestellt, vh inTrack verferttiget. Dieser seltene Plan ist auf zwei Platten geschnitten,H. 13 Z 10 L. Br. 18 Z. 4 L.

3) Capital vnd Versal Buch allerhand grosser vnd kleinerAiphabet zu den Haublschrijflen vnd Büchern, desgleichen in Cantz-leyen vnd gemein zu gebrauchen, ganz zierlich geordinieret durchHans Rogel Formschneyder, Burger zu Augspurg Anno 10(1/1.Bey Johann Virich Schönigks sei. Erben. Auch Augspurg bei Wagner.

Dieses sehr seltene Werk enthält 10 Blätter mit reich verziertenAnfangsbuchstaben auf schwarzem Grunde, jedes mit A. V. QAugustaVindelicorum) bezeichnet.

4) Geometria et Perspectiva, Ilierinn etliche zerbrochene Gebew— — durch Lorenz Sloer . Maller und Burger Inn Augspurg. d.Hans Rogel Formschneider, kl. fol.

Dieses Werk besteht in 12 Blättern. Lorenz Stör fügte seinMonogramm bei, und daher handeln wir unter SL ausführlicher darüber.

1397. Johann Heinrieb Rode, Zeichner und Kupferstecher in.. rp Berlin, ist durch eine ziemliche Anzahl von Blättern bekannt,

JJ-f'riS. welche thcils radirt, theils gestochen sind. Das gegebeneZeichen kommt auf zwei radirten Blättern vor, wovon das eine eineFrau mit dem Buche, dass andere einen Rembrandt'schen Kopf vor-stellt. H. 4 Z. Br. 3 l / 4 Z. Auf anderen Blättern ist das Monogrammaus H R J gebildet. H. Rode starb 1789 im 32. Jahre.

1398. unbekannter Maler, dessen Lebenszeit die beigefügte^l, Jahrzahl bestimmt. Man findet das gegebene Zeichen, auch

jffJ-4? etwas grösser, auf äusserst sorgfältig ausgeführten Zeichnun-*'<_". ~ gen, welche die Todtsünden vorstellen. Sie sind mit der^j ° Feder umrissen, braun ausgetuscht und mit Gold schraffirt,fol. Die allegorischen Figuren des Neides, des Geizes, des Stolzesund der Gefrässigkeit gingen 1888 bei der Auktion der Sammlung desHerrn X. M. C. von Schönberbcrg-Rothschönberg in den Besitz derE. Arnold'schen Kunsthandlung in Dresden über, und durch HerrnA. Apell erhielten wir Kunde davon. Diese Zeichnungen sind mit