Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
544
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Bo

B44 HR. Nr. 1393 — 1394.

geschah mittelst Lithographietintc auf Pflanzcnpapier, und wurde dannauf Stein umgedruckt. Ein anderes grosses Blatt, mit dem zweitenZeichen, stellt ein phantastisches Thier vor, dessen Hintcrtheil jenereines Löwen ist, während der vordere Theil dem Basilisken nachgeahmtist. Es windet den Schweif von unten auf, und ist mit zwei Flügeln mitlangen Federn versehen, welche über den Rücken des Löwen sich legen.Der Schnabel des Undings ist geöfthet und die Zunge dringt hervor. Vornzwischen den Flügeln sitzt ein nackter bausbackiger Mann mit herab-hängenden Füssen, und blässt auf einem Hörn, welches aus einem rund-gedrohten Candelabcr besteht, aus dessen Oeffnung Rauch und Flammengehen. Das Monstrum schreitet nach rechts auf steinigem Boden mitspärlichem Graswuchs. Das Monogramm steht rechts unten ausserhalbder Einfassung. Diese Vorstellung ist in derselben Weise auf Steinübertragen, und in Ton gedruckt, gr. fol.

1393. Unbekannter Formschneider, dessen Lebenszeit die bei-? J ¥ IHK C* 7 ■¥ g efu 8 te Jahreszahl bestimmt. Das gc-G / i) J-v«-L\© •_)>•/ & gebene Zeichen findet man auf einemBlatte mit dem Embleme des Willibald Pirkhcimer, der Birke. DerSchnitt ist gering, und wird von Heller dem Hans Rogel zugeschrieben.Diese Vermuthung ist ohne Grund, so wie jene, dass das Zeichen sichauf Hieronymus Resch beziehe. Der eine, wie der andere Meisterleistete ungleich Höheres.

1394. Hieronymus Resch oder Rösch, der berühmte Formschneider,dessen Theilnahme an der Ausführung der Ehrenpforte desKaisers Maximilian nach A. Dürcr's Zeichnungen constatirt ist,

und der ausserdem noch als Buch- und Kunstdrucker seinen Namenverewiget hat, soll durch das gegebene Zeichen die Autorschaft einesHolzchnittes beanspruchen. Dieses Blatt illustrirt den Spruch Salo-mon's XXVII, 22., wo er sagt, dass der Narr, wenn man ihn auch imMörser zerstiesse, doch von seinen Narrheiten nicht lassen würde.Der Künstler componirte nun eine Narrenmühle und scheint damiteine Satyre auf die Pastorenschaft beabsichtigt zu haben. Links untenist das Zeichen. H. 9 Z. 6 L. Br. 13 Z. 3 L. Dieses Blatt wirdgewöhnlich dem Hieronymus Resch zugeschrieben, allein es ist nochnicht vollkommen erwiesen, dass der Künstler wirklich Resch geheissenhabe. Er nennt sich immer nur Hieronymus oder Iheronymus Form-schneider, nie H. Resch oder Rösch. Auf einer der in Wien vor-handenen Holzplatten zur kaiserlichen Ehrenpforte steht HieronymusAndre als Formschneider. Ein Formschneider dieses Namens starbnach Doppelmayer den 7. Mai 1KK6. Auch Ncudörffcr nennt denberühmten Formschneider Hieronymus Andre, und somit ist es etwasbedenklich, das Monogramm Uli auf ihn zu deuten. Schroycr zähltzwar in seinem Todtengcläute einen Jcronymus Resch den älteren 1861unter den Todten auf, dieser ist aber kaum der von Ncudörffcrgerühmte Formschneider der Ehrenpforte. Man wird also unter demobigen Monogramme einen unbekannten Meister vermuthen dürfen.

Die alten Abdrücke des Holzchnittes mit der satyrischen Narren-mühle sind sehr selten. Die Platte besass der Hauptmann II. A. von 'Derschau. R. Z. Becker in Gotha Hess neue Abdrücke machen, unddiese kommen in dem sogenannten Derschau-Bcckor'schen Holzschnitt-werke vor. Becker nannte den Meister Hieronymus Resch, aus demaber, was wir vernommen haben, ist es zweifelhaft, ob HieronymusAndre der Formschneider ist, und noch woniger ersichtlich, dass Hie-ronymus Resch durch obiges Zeichen seinen Namen angedeutet habe.