Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
543
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HR. Nr. 1389 — 1392. 543

1389. Hans van Rheydt, Kunstschroincr, war zu Anfang des17. Jahrhunderts in Cöln thätig, und lieferte kunstreicheArbeiten. Merlo sah vor ungefähr zwanzig Jahren im Handelein Prachtschränkchen, welches eingelegt, und mit schönem

IL IK. Sclinitzwcrk versehen ist. Der Schreiner fügte das gegebeneiLlBx3 Zeichen bei, welches daher auch auf anderen Mcubcln zufinden seyn wird.

1390. Unbekannter Kupferstecher, welcher um 1559—1B03 thätigwar. Man findet dieses Zeichen auf einer Copie nach A. Dürer'sBlatt mit dem Ritter, Tod und Teufel, B. No. 98. Rechtsunten ist ein Täfelchen mit dem Monogramme und der Jahres-zahl 1559 darüber. II. 4Z. 2L. Br. 2 Z. 9L. Ein ähnliches Zeichen,aber kleiner, findet man auch auf einem Blatte in Aldegrever's Maniervon 1553. Es stellt die Venus mit einem Pokale in der Hand vor,stehende nackte Figur, und daneben Amor mit Pfeil und Bogen. ImHintergrunde sitzt ein nacktes Paar, 8. Dieses Blatt ist sehr selten.Die Copio nach A. Dürer beschreibt Bartsch IX. p. 488, und fügt auchnoch zwei andere Blätter bei, auf welchen aber R den ersten Buch-staben bildet. Wir werden daher unter R H näher auf diesen Meistereingehen.

1391. Unbekannter Holzschnitzer, welcher um 1554 in Nürnberggelebt haben dürfte. In der k. Kunstkammer zu Berlin sindvier 1 F. 8 Z. hohe und 1 F. S'/a Z. breite Reliefs in Holz,welche Scenen aus der Parabel vom verlorenen Sohne nach

den Compositionen des Hans Sebald Beham von 1540 vorstellen. NachKugler (Beschreibung der Kunstkammer S. 104) tritt in diesen Reliefsdas Naive der Composition ansprechend hervor, doch zeigt sich stattder schärferen Formenbezeichnung eine ziemlich charakterlose Behand-lung, und die Ausführung ist roh und ohne künstlerisches Gefühl.Dabei scheint es auch, als ob der Verfertiger dieses Reliefs nicht dieOriginal-Kupferstiche, sondern nur die nach denselben gearbeitetenHolzschnitte, deren Ausführung ebenfalls eine untergeordnete Stellungeinnimmt, vor sich gehabt habe. Das Monogramm hat man auf denNürnbergischen Formschneider Hieronymus Resch gedeutet, Kuglerspricht aber dieser Annahme die Gültigkeit ab. Indem nämlich Reschals einer der vorzüglichsten Formschneider, welche nach Dürcr'sZeichnungen treffliche Blätter lieferten, genannt wird, so muss manohne Zweifel auch bei einem plastischen Werke seiner Hand einegrössere Feinheit des Styls voraussetzen, als sich bei den in Redestehenden Tafeln kundgibt. Unten nennen wir einen BildschnitzerHans Rcpfl, welcher 1575 das in der Ambraser-Sammlung vorhandeneTokkatille-Spielbrett meisterhaft geschnitzt hat. Vielleicht sind auchdio Reliefs von seiner Hand, obwohl sie die Jahrzahl 1554 tragen.Das Intervallum der Zeit ist nicht so ausserordentlich gross.

1392. Heinrich Reck, Zeichner und Modelleur von Pappenheim,-rrj T-Di i st so ' t etlichen Jahren vom germanischen MuseumJ tv • J *y\> i zu Nürnberg als Gypsformator beschäftiget, wird aberzugleich auch beauftragt, die nöthigen Zeichnungen für die Sammlungzu fertigen. In letzter Zeit copirte er den grossen Christuskopf vonAlbrecht Dürer auf Stein, B. Nr. 2<> des Appendix. Rechts unten,ausserhalb der Einfassungslinie des Bildes, ist das erste der gegebenenMonogramme angebracht. Wir haben dieser Copic im Artikel überAlbrecht Dürer erwähnt. Die Durchzeichnung auf dem Originale