HK. Nr. 11S3. 435
Hans Knodcrer gab im Jahro 1822 das Bürgerrecht in Augsburgauf, wie Ilerberger aus dorn Gerechtigkeitsbuch der Maler ersah. Wiealt er damals gewesen, und wohin er sich gewandt, ist nicht bekannt.Er bediente sich wahrscheinlich jenes Monogramms, welches in deroben gegebenen Form gewöhnlich dem Hans von Culmbach zugeschriebenwird, diesem aber nicht angehört, Brulliot I. No. 2358 gibt das Zeichenmit der Jahrzahl 1013 mit der Bemerkung, dass es anfeinem Ge-mälde mit der Ehebrecherin vor Christus vorkomme. Dieses Bild be-fand sich zu Brulliot's Zeit im Hause des Lorenz v. Peller in Nürn-berg, aus welchem alle Bilder verschwunden sind, ohne dass wir an-geben können, wo jetzt die Ehebrecherin ihr Urtheil erwartet. DerArtikel im Dictionnairc des monogrammes ist aber verwirrt, denn eswird ein aus HK bestehendes, und zwischen die Jahrzahl 1630 ge-setztes Monogramm als auf dem Tueher'schen Altarbilde bei St. Sebaldin Nürnberg vorkommend angegeben, während dieses dem Hans vonCulmbach zugeschriebene Werk mit dem Zeichen HC 1013 (No. 781)verschen ist. Das Monogramm HK mit der Jahrzahl IS 17 findet manauf einer trefflichen Federzeichnung in der Sammlung der k. Universitätzu Erlangen. Sie stellt den hl. Christoph mit dem Jesuskinde auf derSchulter nach links schreitend vor, auf blaues Papier getuscht undmit Weiss gehöht. Das zweite Monogramm mit der Jahrzahl 1010steht auf einem sehr schönen Gemälde im Besitze des Hrn. v. Osthornin Klagenfurt, Es stellt die Geburt Christi auf Holz vor, und wurdedem Hans von Culmbach zugeschrieben, welchem es aber sicher nichtangehört. Dieselbe Hand verräth auch das grosse, aber leider ruinirteVotivbild der Familie Jöchl im Besitze des Hrn. v. Vintler zu Bruneckin Tyrol. Brulliot I. No. 2388 gibt das dritte Monogramm mit derJahrzahl 1013 als jenes des Hans von Culmbach, was sehr in Zweifelsteht, da dieser Meister sein Zeichen aus HC bildete. Auch gehörtHftns von Culmbach der Richtung des A. Dürer an, das Bild des Hrn.v. Osthorn verräth aber die Schule desselben nicht. In jedem Falleist der Monogrammist H Jf ein anderer, als Hans von Culmbach, derentschiedene Beweis für Hans Knoderor ist aber noch nicht zu führen.Der Meister mit dem Monogramm // K gehört der Augshurger Schulean, und steht mit seiner Kunstwcisc zwischen Hans Holbein scn. undH. Burgkmair. Wir räumen diese Stelle dem II. Knodcrer ein, welcherin Augsburg beurkundet ist. Der Künstler begab sich vielleicht 1822nach Oestcrreich, weil in der genannten Stadt mit jenem Jahre seineSpur verschwindet.
1153. Hans von Culmbach soll nach Brulliot I. No. 2388 der
/. T T /" / u_ Träger dieses Zeichens seyn. Dieser Schrift-^ I ------- y{ +\ 0 steller sagt, dass es auf dem Tueher'schen Altar-
S 1 J. V gemälde in der St. Sebaldus-Kirclie zu Nürnberg
vorkomme, ist aber mit seiner Angabe nicht im Klaren. Wir habenüber dieses schöne Gemälde unter dem Monogramm HC No. 731 ge-handelt, und verweisen auf jenen Artikel. Das Monogramm kommtwahrscheinlich auf einem anderen ehedem in Nürnberg vorhandenenGemälde vor, vielleicht auf dem von Brulliot erwähnten Bilde der Ehe-brecherin vor Christus, aus dem Peller'schen Hause in Nürnberg, unddieses Werk könnte von Hans Knodcrer, dem vorhergehenden Meister,herrühren. Er gab 1522 in Augsburg das Bürgerrecht auf, und konnte1830 noch arbeitsfähig gewesen seyn. Die diesem Artikel zu Grundeliegenden Quellen sind indessen sehr unbestimmt, und es könnte leichtein Irrthum unterlaufen, da wir das Gemälde mit dem obigen Zeichen nichtgesehen haben, und auch den Standort desselben nicht kennen.
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