Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
313
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HF. Nr. 896. 313

In diesem Falle müsste aber der Monogrammist HF, welcher fürCratander und A. Petri zu Basel arbeitete, ein anderer seyn. Hier er-scheint unter dem Jahre 1515 im rothen Buche der Zunft zum Himmelein Maler Hans Frank, und man kennt auch einen Formschneiderdieses Namens. Ihm wurden in neuer Zeit die I F gezeichneten Holz-schnitte in Holbein's Manier zugeschrieben, der Monogrammist // F istaber ein anderer Meister, dessen Zeichen mit den Initialen in der un-ten erwähnten Ausgabe des altgn Testamentes vorkommt. Ein HansFrank hat nach Burgkmair's Zeichnung für den grossen Triumphwagendes Kaisers Maximilian I, gearbeitet. Auf der Rückseite einer der inWien aufbewahrten Platten steht sein Name, und auf einer zweitenPlatte ein den obigen ähnliches Monogramm. Auch unser Meister kammit Burgkmair und mit Hans Schäuffclcin in Berührung, und diess ineiner Zeit, in welcher beide Künstler in Augsburg für den Kaiserthätig waren. Die in Augsburg gedruckten Blätter mit dem Mono-gramme haben mit den Holzschnitten in den Brösamlin keine grosseAehnlichkeit, und wir müssen daher einen zweiten Meister annehmen,der nun Hans Frank heissen soll. "Wir halten ihn für Eine Personmit dem Hans Frank des Hans Burgkmair, da er im Plenarium von1514 auch mit Schäuffelein in Berührung kommt, und sich gewöhnlicheines kleineren Zeichens bediente, als jenes auf den Blättern desGrüninger'schen Werkes ist. Jener Hans Frank, welcher für Burgk-mair arbeitete, ist ausserdem ganz unbekannt, und somit könnte manwohl annehmen, dass er 1515 in Basel das Bürgerrecht erhalten habe.Der Nürnberger Hans Frank, welcher aus der Lebensgeschichte desA. Dürer bekannt ist, war kein Künstler, sondern nur ein Holzarbeiter,welcher dem A. Dürer die Holzplatten zugerichtet hatte. Das letzteZeichen, in welchem das F zwischen die oberen Schenkel des H gestelltist, könnte aber doch einem Nürnberger Formschneider angehören, ob-gleich es jetzt ebenfalls dem sogenannten Haus Furtenbach zugeschrie-ben wird, und auch Bartsch es in der lleihe der atderen Zeichenbringt. Der Schnitt wurde höchst wahrscheinlich in Nürnberg ausge-führt, da das Passauer-Missale,*in welchem der Holzschnitt mit jenemZeichen vorkommt, daselbst gedruckt wurde. Auf der Rückseite einerder Platten zum Triumphwagen des Kaisers von H. Burgkmair stehtder Name Hieronymus Andre, worunter Bartsch den Hieronymus Reschverstand, welcher aber die Schrift eingeschnitten zu haben scheint.Herr Glax'; fand "ein colorirtes Exemplar der Ehrenpforte des KaisersMaximilian von A. Dürer vor, und nach Beseitigung der dicken Be-malung zeigte sich der Name: Jeronymus Formschneider im Nürn-berg in unvertilgbarem Zinnober mit dem Pinsel gemalt. Das Blattmit dem erwähntem Zeichen, jenes No. 1, könnte daher von diesemKünstler geschnitten seyn, so dass Hieronymus Formschneider zulesen ist. Die Zeichnung dazu ist im Charakter des A. Dürer be-handelt, und da der Schnitt mit den anderen Blättern des Hans Franknicht stimmt, so könnte wohl der Jeronymus Formschneider zu Nürn-berg eintreten.

Bartsch VII. p. 452 beschreibt sieben Blätter von dem ihm unbe-kannten Monogrammisten H F, darunter No. 1, und von 2 — 7 Holz-schnitte aus den Brösamlin von Geylcr von Kaisersperg.

1) Der hl. Stephan zwischen zwei Bischöfen stehend unter einemBogen. Unten in der Mitte sind die Wappen des Bisthums Passauund des Bischofs Vigilius Fröschel. Links ist das Monogramm unsersMeisters (das sechste), rechts ein aus W T bestehendes Zeichen, unterwelchem Bartsch den Formschneider vermuthet, was nicht der Fall ist,