312 H F. Nr. 896.
entnehmen wir einer Gegenschrift: Lettre de Mr. S. Boisserie, auSecrilaire de la sociite" royale des Beaux-Art ä Gand (L. de Bast).
Der Commentator des Briefes von Boisseree kämpft für Memling, undauch die neuesten Belgischen Schriftsteller weisen die Lesart Hemlingzurück. Sie schieben dem Descamps den Irrthum in die Schuhe, alleindieser Schriftsteller hat den Namen Hemling nicht geschaffen, er fandihn vor. Mehreres siehe No. 503.
896. Hans Furtenbach nennt man häufig den Verfertiger dery #•* ips/' *-4 Holzschnitte, aufweichen die gegebenen
I —T~ ' ! / I Ö ' Kn^ Vf deichen vorkommen. Wir finden sie inK A ' l ' i^ 1 Druckwerken aus J. Grüninger's Offizin
)5)6 r-,— t- ^\ f in S trassmir gj i"'d in solchen von A. Cra-
T-r», \ / C I (j W- I UJ tander und A. Petri in Basel. Der Künst-\L \\^^±^-±~£/, Li l fir wir d also in den genannten Städtengelebt haben, Niemand aber kann einen Hans Furtenbach in Baseloder Strassburg nachweisen. Es scheint somit, dass dieser sogenannteFurtenbach aus der Phantasie gegriffen ist, und wir müssen ihn daheraufgeben. Man möchte aber glauben, dass sich zwei Künstler in dieseMonogramme theilen müssen, ein Zeichner und ein Formschneider HF.Der Zeichner, und möglicher Weise als solcher auch Formschneider,arbeitete neben Hans Baidung Grien für die Grüninger'schc Offizin inStrassburg, und von ihm sind die Blätter in den Brösamlin des Jo-hannes Geyler von Kaisersberg. Er hält die Mitte zwischen HansBaidung Grien und Hans Holbein, ist aber viel schwächer, als letzterer.Auf den Holzschnitten in den Brösamlin kommen die grossen Zeichen,theils mit der Jahrzahl 1516 vor, und wenn der mit dem Monogrammeetwas variirende Meister, welcher für die Baseler Druckwerke 'gear-beitet hat, wirklich derselbe ist, so hat er bald die Holbein'sche Richt-ung mit Glück eingeschlagen. Diese Wendung kann aber nur in Baselerfolgt seyn, und wir wollen es annehmen, da in den Druckwerken derBasler Adam Petri und Andreas Cratander seine schönsten Blättervorkommen, wie z. B. die Holbein'sche Titeleinfassung mit dem Her-kules Galliens von 1519 u. s. w. Und dennoch wäre es möglich, dassder Zeichner, oder auch Formschneider der Grüninger'schen Offizinein anderer sei, da letzterer sich mehr zu Hans Baidung Grien, als zuHolbein hält, übrigens aber schwächer als beide ist. In Strassburglebte damals ein Maler, welcher unter dem Namen Hans von Frank-furt bekannt war, und der Sohn jenes Hieronymus Greff seyn könnte,welcher 1502 die Apokalypse von A. Dürer copirte. Dieser H. Greffwar Briefmaler und Formschneider, und nannte sich ebenfalls Hiero-nymus von Frankfurt. Der Maler Hans von Frankfurt ist urkundlich.Wir wissen aus den Mittheilungen des Archivar Schneegans von Strass-burg in Dr. Naumann's Archiv II. S. 198, dass Hans von Frankfurt1516 im Kunstausschusse der Zunft zur Steltzen in Strassburg eineentscheidende Stimme hatte. Dieser Meister könnte für GrüningerZeichnungen zur Illustration der Brösamlin gefertigot haben, und wenner der Sohn des Briefmalers und Formschneiders Hieronymus Greff,genannt von Frankfurt war, so kann ihm die Technik der Schnittarbeitnicht unbekannt gewesen seyn. Selbst Hieronymus von J^rankfurt wird1516 noch bei Kraft gewesen seyn, und auf ihn kann das Zeichenebenso gut gedeutet werden, als auf Hans von Frankfurt. Ersterer be-diente sich auch auf den Copien der Apokalypse eines aus H VF be-stehenden Zeichens, und somit könnte er auf den Holzschnitten derBrösamlin variirt haben, da er mit Albr. Dürer in einen argeu Streitverwickelt war.