HOB. Nr. 77S. «79
Holzschnitte.
Bartsch 1. c. p. 298 beschreibt nur ein einziges Blatt mit demZeichen des J. Binck, welches die Eitelkeit und die Narrheit vorstellt.Holzschnitte nach Binck's Zeichnungen findet man aber auch in derBibel, welche lüSü auf Kosten des Königs Christian III. erschien,unter dem Titel: Biblia, Det \ er den ganlfke Hellige \ Scrifft ndfoetpaa | Danfke. I| Esaiae 40. I Guds Ord blifjuer euindelige. \\ Prentili Köbenhaffn. \ äff Ludowich Dielz. || M. ü. L. , fol.
Ueber diese Bibel spricht sich der König in einem Briefe vom30. Oktober 1549 an den Künstler ans. Er fordert ihn auf, sein Bild-niss auf Holz zu zeichnen, und auch das königliche Wappen schneidenzu lassen (du teilt Unser Conterfect ff beiligendl Hollz, r>fs beste,tote du weist zu thun, abreisenn, auch vnser Wappenn nff dasselbschneiden lassen etc.) Binck hat also sicher das Hildniss des Königsund das Wappen gezeichnet, eine Frage ist aber, ob er das eine oderdas andere selbst in Holz geschnitten habe. Von derselben Hand sindbeide Blätter nicht geschnitten, und von höherem Kunstwerth ist dasBildniss des Königs. Dass der Künstler auch andere Zeichnungen fürdie Bibel gefertigt habe, ist urkundlich nicht bekannt, man kann esaber annehmen, da er vor der Vollendung des Druckes noch aufge-fordert wurde, für die Rückseite des Titels das Bildniss zu zeichnen.
1) Das Bildniss Christian'» HI. auf der Rückseite des Titels dererwähnten Bibel. Der König ist im Brustbilde in einem gesticktenUnterkleide mit Pclzrock nach links gewendet, und trägt ein Feder-barett. Die Hände ruhen auf einem Gesimse, und halten eine Rolleund einen Handschuh. Unter dem Bilde steht: Christian met Gudsnaade, den tredin, Danmarks, | Norgis, Wendis, ot Gotlis, Konniny.Hering i Sleswig \ flotsten, Stormären, oc üytmerschen. Greffue \i Oldenburg, oc Delmenhorst. Der Holzschnitt nimmt eino ganzeFolioseito ein, das Bildniss selbst ist aber nur (i Zoll hoch.
2) Das Wappen von Dänemark, auf Seite 3 der Bibel eingedruckt.Es befindet sich innerhalb einer reichen architektonischen Verzierungim Geschmacke dos Virgil Solis. Unter dem Wappen steht auf einerTafel: insignia oiiiusti i ani. tertii dano | kvm uegis. oc. | anno, m.d.l.In einem kleinen Schilde unten ist der Wahlspruch des Königs : vnica |Spes mea | ciuuSTVä | c. r. d. Das Monogramm steht oben rechts, undweiter rechts iöüO. H. 10 Z. 3 L. Br. 7 Z. 1 L.
Die weitere Beschreibung dieser sehr seltenen dänischen Bibelgibt Wiechmann-Kadow in Dr. Naumann's Archiv IV. S. 95. Der Buch-drucker L. Dietz benützte zu dieser dänischen Bibel auch Holzstöckoder 1533 erschienenen Lübecker Bibel, darunter solche des MalersErhard Altorffer, II. No. 14915. R. Weigel, Kunstkatalog No. 17,029,schreibt die Zeichnungen zu folgenden Blättern dem J. Binck zu:1) Das Opfer Abrahams. 2) Jakob sieht die Himmelsleiter. 3) DerTraum des Pharao. 4) Die Tabernakel, sämmtlich in qu. 4. 5) Aaronin der Tcmpclhalle, fol. 0) Josua in ganzer Figur sitzeud, qu. fol.7) Die Thaten der Israeliton, Simson's, Samuel's, David's, Salomon's,qu. 4. 8) Die Kostbarkeiten des Tempels , qu. 4. 9) Der ProphetIsaias, qu. 4. 10) Der Prophet Daniel, qu. 4. H) Daniels Vision,qu. 4. 12) Die Evangelisten in ganzen Figuren, 8. 13) Das Pfingst-fost, 8. 14) Scenc aus dem Leben der Apostel Petrus, Paulus undJakobus, 8. 18) Die Bilder der Apokalypse, 8. — Binck müsstc dieZeichnungen zu diesen Holzschnitten bereits vor dem 1. Juni 1S49geliefert haben, es bleibt aber bei seiner längeren Abwesenheit vonCopenhagen nur dio Zeit vom 1. März 1548 bis 14. Juni desselben