Druckschrift 
3 (1863) GK - IML
Entstehung
Seite
280
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280 HCB. Nr. 776-779.

Jahres und etwas darüber. Unter letzterem Datum ersuchte der HerzogAlbert von Preussen den König von Dänemark, er möge dem Malerdie Erlaubniss zu einer Reise nach den Niederlanden ertheilen. EinigeMonate später befand sich Binck in dem prächtigen Gefolge, welchesdie Prinzessin Anna von Dänemark als Braut nach Sachsen begleitete,wo sie am 7. Oktober l!>48 mit Herzog August vermählt wurde. VonSachsen aus reiste Binck nach den Niederlanden , um in Antwerpendas Epitaphium für die Gemahlin des Herzogs Albert zu bestellen.Der Künstler befand sich aller Wahrscheinlichkeit nach daselbst, alsder König unter dem i. Juni 1!!49 die Zeichnungen zu seinem Bild-nisse und zum Wappen bestellte. Alles dieses geht aus dem Brief-wechsel hervor, und es erübrigt auch noch so viel Zeit, dass derKünstler in Copcnhagen die Zeichnungen zu der Bibel hätte ausführenkönnen. Die Platten konnten aber in dieser kurzen Frist nicht sämmt-lich geschnitten werden, und somit waren die Zeichnungen entwederschon etliche Jahre vorbereitet, oder die Holzschnitte sind nicht nachBinck's Zeichnungen ausgeführt. Im Briefwechsel ist von keinen an-deren Zeichnungen die Rede, als von jenen zum Bildnisse und Wappendes Königs. Auffallend ist es auch, dass keine der biblischen Vor-stellungen mit dem Monogramme des Künstlers bezeichnet ist.

776. Hans Baidang Grien oder Grün, bildete zuweilen sein Mono-r/Vj) r.T) gramm in der Art, dass der Unkundige HCB lesenIU L3, IT) könnte. Der im H stehende Buchstabe ist aber G, undmeistens bestimmt ausgedrückt. Wir verweisen daher auf HGß.

777. Unbekannter Kupferstecher, welcher nach dem beigefügtenIX 8 P Datum um 1580 gelebt haben dürfte. Das gegebene Zeichen fand■isa Börner auf einer Copie nach Lukas von Leyden, welche Cain'sJP«D Brudermord vorstellt, B. VII. p. 344 No. 13. Bartsch sprichtvon einer etwas kleineren Copie eines Unbekannten von 1K20. AuchZani weiss von einer solchen Copie, und vermnthet, sie dürfe voneinem in obiger Weise zeichnenden Künstler herrühren, nämlich vonJakob Binck. Allein dieser Kupferstecher lebte U>80 nicht mehr. Istnun das Blättchen dasselbe, welches Bartsch anführt, so wurde dieJahrzahl 1526 herausgenommen oder corrigirt, und das Monogrammdes Jakob Binck eingestochen. Börner findet es nicht unwahrscheinlich,dass die Jahrzahl abgewandert wurde, indem die Zahl 00 kräftigersich abdruckte, als 15.

778. unbekannter Formschneider, welcher in der ersten Hälfte7 tj des IG. Jahrhunderts thätig war. Das Blatt mit diesem Zeicheni^D stellt den Dr. M. Luther als Augustiner Mönch in halber Figurin einer Nische mit dem Buche in den Armen vor. Um das Hauptist eine Glorie, worin in besonderer Glorie der hl. Geist schwebt.Diese Vorstellung ist auf der Rückseite des Titels: Au ff dz über-christlich, übergeystlich, nnd überkünstlich buch bocks Emssers zuLeyptzk Antwort Doctor Martin Luthers, 4. Auf dem Buche ist dasZeichen mit der Jahrzahl 1521. Diesem Blatte scheint eine Zeich-nung von L. Cranach zu Grunde zu liegen. Es ist Copie jenes Holz-schnittes, welchen Heller No. 6S3 beschreibt. Im Originale hat aberDr. Luther keine Glorie.

779. unbekannter Meister, welcher zur Zeit des Papstes Pins IV.■ ■ ■„ (1!>!>9—ISO«) in Rom gelebt hat. Man wollte unter dem ge-

y\ö gebenen Zeichen den Jakob Binck vermuthen, ohne zu be-jeaX> denken, dass dieser Meister im Jahre 1559 in Königsberg lebte,und Italien von dieser Zeit an nie mehr gesehen hatte. Das radirto