II
Wie ein Amphitheater liegt die grofse Stadt um denRhein, der hier einen grofsen Hafen für die kommendenund ruhenden Schiffe bildet.
Er eilt mit seiner Barke durch den Mastenwald, erdrängt sich durch das Gewühl des Werfts und des Krah-nes, er tritt durch ein enges Thor in eine noch engereStrafse, und sein erster Gang ist nach dem Dom.
Den Eindruck, den dieser Riese vergangener Jahr-hunderte auf den macht, der ihn zum erstenmal in seinerunvollendeten Gröfse sieht, beschreibt keine Feder; so wieseine Gröfse kein Kupfer darstellt.
Nur wenig ist's, was wir jetzt von ihm geben, seinenGrundrifs und dieHauptfaoade seiner Dome, wenn sie voll-endet geworden wären. Aber das Ungeheure war selbstfür diese Jahrhunderte zu schwer, und er ist, wie fast allegrofse gothische Gebäude, unvollendet geblieben. Angefan-gen wurde sein Bau im Jahr 12.48 von dem reichen Bi-schöfe Conrad vonHochsteden;— man baute dritthalbhun-dert Jahre an der Masse, die jetzt steht, und die nochnicht die Hälfte des Ganzen ist. — Mit dem Anfange dessechszehnten Jahrhunderts wurde der Bau eingestellt, undseit der Zeit blieb er liegen, obschon der Krahn noch aufeinem derThürme. steht, mit dem man die Steine hinaufzog.
Vollendet ist blofs das. prächtige Ghor, welches eine