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oder sogar stillschweigenden französischen Zeitungen abnehmen kann, macht unsere Entschlossenheit überall einen vortrefflichenEindruck, und wenn die Einigkeit in der Eidgenossenschaft beibehalten wird und die äußern Versuche zu Zweitrachtsstiftungverhindert werden können, so scheint mir allerdings zu hoffen, daß wir auch diesen Sturm überstehen, und demselben noch dieHerstellung unserer Consideration auf lange Zeit zu danken haben werden. <!2) ff Zum öffentlichen gesellschaftlichen Versamm-lungsort des diplomatischen Corps ist hier eine Einrichtung von sieben durchgängigen Zimmern, wovon die zwei Flügelzimmcr,das eine zum Lesezimmer und das andere um Erfrischungen zu nehmen bestimmt sind, unter dem Namen Vauxhall getroffenworden. Man findet daselbst Zcitungsblätter, Conversation und Partie. Das bloße Einlaßbillet kostet monatlich für die Personvier Ducaten, so wie alles ganz außer allem Verhältniß hier übermäßig theuer ist, und nach dem hier herrschenden großenTon kömmt die Gesellschaft erst um 9>/z bis 10 Uhr Abends zusammen. Nichts desto weniger kömmt alles, was nur einiger-maßen auf Distinction Ansprüche macht, dahin und es ist das einzige Mittel, sich vollkommen zu produciren. Es haben sichdaher auch die Herren Devutirten bequemt, die allgemeine Sitte zu befolgen und werden von Zeit zu Zeit die Versammlungbesuchen. l!>> ff 80. Januar. Ueber politische Angelegenheiten herrscht eine gänzliche Stille und jede Nachricht, die man etwahört, trägt so ganz das Gepräge der Unzuverlässigkeit, daß sich durchaus nichts darüber melden läßt. — Die Gegenstände,welche die öffentliche Aufmerksamkeit, die diese Zeit her größtenthcils auf die Schweiz gerichtet war, davon ab- und auf sichgezogen haben, sind die letzten Ereignisse in Rom, vorzüglich aber das Friedensprojcct, das aus dem Londonereourier in vieleZeitungen übergegangen ist und nach seiner besondern Beziehung auf Deutschlands Schicksal sehr viel Aufsehen erregt. <») ff24. Januar. Nach dem alten, freundschaftlichen Verhältniß zwischen der L. Eidgenossenschaft, besonders den evangelischenStänden, und dem markgräflich badenschen Hause glaubten die Herren Deputirten es nicht länger anstehen lassen zu können,dem Herrn Markgrafen, an welchen MHHerr Rathsherr Pcstalutz mit Privat- und Herr von Tscharner mit einem Schreibenvon seinem L. Stande versehen war, ihre Aufwartung zu machen, und fuhren daher am letzten Sonntag, nachdem vorher demhiesigen badenschen Minister, Herrn von Edclsheim, Anzeige davon war ertheilt worden, nach Carlsruhe hin. Sobald dieHerren Deputirten abgestiegen waren, erhielten sie eine Einladung nach Hofe. Die Schreiben wurden hierauf durch dasSecretariat beim Herren Hofmarschall von Monpcrni abgegeben und gleich nachher erfolgte eine zweite Einladung mit derAnzeige, die Herren werden in einem Staatswagen abgeholt werden. Empfang und Bcwirthung waren sehr ausgezeichnet undman gab beiläufig zu verstehen, den Herren Deputirten zu Ehre sei im großen Saale gespeist worden. Die ganze markgräflicheFamilie war dabei gegenwärtig, auch die Frau von Hochberg, die mit dem Herrn Markgrafen in zweiter Ehe und zwar anlinker Hand getraut ist, und an der Tafel den Rang erst nach der Frau Erbprinzessin hatte. Der Herr Markgraf war sehrfreundschaftlich und überhaupt herrschte so wenig Zwang und Etiquettc als irgend bei einem Hofe nur möglich ist. Außer denHerren Deputirten und einem zahlreichen Hofe waren auch »och mehrere hiesige Congreßgesandte zugegen. <») ff 27. Januar.Herr Präsident Vieli hält einen österreichischen Truppenmarsch gegen Bünden für durchaus unwahrscheinlich. Herr Graf vonLehrbach taxirtc dieses Gerücht als eine grundfalsche Zulage. Der Herr Graf von Metternich äußerte sich noch weit stärker,betitelte die Sage als einen der gewohnten ausländischen Kniffe und setzte hinzu: „Ob man glaube, Oesterreich werde zu demRuin der Schweiz selbst Hand bieten, um seine Grenzen wieder an die französischen anstoßen zu können." Auch der Herr Grafvon Görz scheint keinerlei Data zu haben, die nur von ferne auf etwas Aehnliches hindeuten. — Hier geht alles seinen stillenGang und säße nicht von Zeit zu Zeit die Rcichsdeputation, man würde nicht glauben, daß es um öffentliche Verhandlungenzu thun wäre; aber auch ihre Sitzungen dauern selten lange. Um eilf Uhr begeben sich die Mitglieder hin, und gewöhnlichfahren sie um ein bis zwei Uhr wieder nach Hause. lt0> ff 28. Januar. Ueber die graubündnerischcn Verhältnisse gegenOesterreich kann ich nichts anderes melden, als daß Comeyras den 20. dies von jenem Auftrag, den Mcngaud in Augsburgäußerte, noch nichts wußte oder wissen wollte. Dann enthält sein Bericht eine Anzahl Suppositionen für und wider, wobeiam Ende durchaus kein anderes Factum herauskommt, als es stehen ein paar tausend Mann österreichische Truppen im Tprolin der Nähe des untern Engadins; hingegen ist ebenfalls Factum, was ich auch heute erfuhr, daß nämlich vor etwa vierWochen die Graubündner zu Ravensburg von den Condcern für fünfzehnhundert Mann Waffen erkauft und vermittelst einesPasses von dem hiesigen kaiserlichen Minister, Herrn Grafen Metternich, selbst, zwar nicht durchs Oesterreichische, sondern überLindau und dürchs Rheinthal abgeführt haben. Gewöhnlich begünstigt man nun die Waffenanschaffungen derjenigen nicht,gegen die man etwas unternehmen will. Freilich könnte man sagen, Herr Graf Metternich sei in das Geheimniß nichteingeweiht; aber immer bleiben die Worte wahr, deren er sich letzthin gegen die Deputirten selbst bedient hat, „was würdebei einem solchen Plan die Mauer zwischen Frankreich und Oesterreich werden?" Einmal ist es immer noch wahrscheinlich, daßdie Aeußerunge» der bündnerischen Abgeordneten selbst: „Wenn ihnen das Veltlin entrissen bleibe, müssen sie sich an Oesterreichanschließen", dem französischen Directorium wenigstens zu einem Titel habe dienen können, i»)
Abschnitt: Deutsche gemeine Vogteien überhaupt. (Seite 3lt-3t8 )
Art. S2. Die Curia gab ihre Einwilligung.