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sehen, nicht mißkcnncn ließ. Und was kann endlich die Occupatio» von Basel durch dreitausend, obgleich unbewaffneteFranzosen, selbst wenn sie im besten Sinne genommen wird, für eine Absicht haben, als die für so reich gehaltene StadtBasel zu Eingehung aller möglichen und ohne Zweifel übermäßigen Forderungen gegen das Frickthal zu zwingen. Diesalles ist so evident und durch so einleuchtende Erfahrungen bestätigt, daß man solches nach meinem Erachte» dem Volkmit klaren Worten sagen dürfte, indessen aber bis zu gänzlicher Herstellung des guten Vernehmens kein Mann zurück-gezogen und bei dem ersten fernern Eingriff unser Recht mit Gewalt behauptet werden sollte. Negotiationen nutzen nichts,da wo der Wille sie nicht hören zu wollen vorher gefaßt ist und wo selbst der mit dem deutschen Reich geschlossene Waffen-stillstand französischer Seits nicht beobachtet wird. Entschlossener und beharrlicher Widerstand wird allein uns aus dieserVerlegenheit ziehen, fernere eigenmächtige Schritte der Franzosen hindern, allgemeine Achtung für unsere Nation einflößen,einer anzuhebenden Negotiation Nachdruck geben und sowohl de» General Bonapartc, der Muth und Vaterlandsvcrtheidigungschätzt, als auch andere Mächte bewegen, sich kräftig für uns zu interessiren. (Der bcrnerische Gesandte war früher als derzürcherische verreist und während dieser den Weg über Basel einschlug, hatte jener sich über Stuttgart nach Rastatt verfügt.) ll2) jjBasel, 3. Januar. In Basel machte MHHcrr Rathsherr Pestalutz bei Bürger Mengaud einen Besuch. Er befand sich mitseinen Secretairs in Einem Zimmer zusammen. Er und die letztem, die an Tischen zerstreut schrieben, saßen auf hölzernenStühlen (Siedelen), uns hingegen wurden eigentliche Stühle hingestellt. Die Unterhaltung war ganz allgemein, nur derAusdruck des Bürgers: „l.e oonzrös »>o liast-m n'ost q»'un kormuiairv" schien bemerkenswerih. <9> jj Rastatt, 8. Januar.Unter den Besuchen bei den Gesandtschaften war uns besonders der bei dem Herrn Grafen von Metternich äußerst angenehm.Er empfing die Herrn Deputirten stehend beim Kamin, erwähnte mancher interessanten Anekdote über den Gang der hiesigenNegotiationen und zeigte überhaupt einen eben so unbefangenen als tiefen Blick in die Lage und die Verhältnisse Europas, l») jj10. Januar. Gern würde ich getreu wiederholen, was Herr Rathsherr Pestalutz in einem ebenso gedrängten, als bestimmtenund deutlichen, ganz im Geist des französischen Geschäftsstyls abgefaßten Vortrag zu der französischen Gesandtschaft sagte,allein ich muß mich aus Mangel an Zeit der Kürze befleißen. Herr Rathsherr bezog sich allervordcrst auf das durch dasSecretariat überreichte Empfehlungsschreiben, nahm davon Gelegenheit, auf den Zweck der Mission hinüberzugehen, versichertedann wie es ganz der Wunsch der L. Eidgenossenschaft sei, das und so zu bleiben, was sie sei, und mit allen ihren Nachbarnin fortgesetzter, ununterbrochener Harmonie zu leben, fügte diesem bei, daß denn aber auch in ihren Wünschen liege, es möchtendie französischen Truppen aus den besetzten, mit der Schweiz in Verbindung stehenden bischöflich basclschen Landen wiederzurückgezogen, und die Sache zu einer Unterhandlung eingeleitet werden, wodurch sowohl die Ansprüche der interesstrtcn Staatenals besonders der Punkt der ckrott8 konoriaques ur »mos des Herrn Bischofs zu allseitiger Zufriedenheit ausgeglichen werdenkönnte, zu welchem Ende die Herrn Deputirten allenfalls Data an die Hand geben könnten, und ein Memoire einzugeben imFalle wären, mit einem beigefügten Compliment für die Gesandtschaft selbst. Diese mit ebenso viel Schonung als Bestimmtheitgemachte Anrede beantwortete Bürger Treilhard anfangs mit einem verbindlichen Compliment über das Schreiben der Tag-satzung, die Gesinnungen der L. Eidgenossenschaft, sowie auch gegen die L. Deputation selbst; behauptete aber mit Höflichkeitauf Nichts eintreten zu können; wenn aber gegen das französische Dircctorium von Seite der Schweiz eine Eröffnung geschehe,und ihm wie seinem Kollegen ein Wink von daher zukomme, werden sie dazu ganz bereit sein. Er begleitete dann die HerrenDeputirten durch das Vorzimmer hinaus. Bürger Bonnier sprach während der ganzen Zeit nicht Eine Sylbc. — Die bünd-nerischen Gesandten, welche ich hier gesehen und die mir als wackere Leute vorkommen, scheinen fest zu Wiedcrerhaltung desVcltlins entschlossen zu sein, obschon man ihnen dazu gar keine Hoffnung macht; überhaupt wollen sie sich gern noch fester andie Schweiz anschließen. jj 13. Januar. Die Aufnahme, welche die Herren Deputirten allgemein genießen und die Art,wie man beinahe aller Orten hier von der Schweiz und ihrer dermaligcn Lage sprechen hört, ist der Ehre der schweizerischenNation sehr angemessen. Die Aufmerksamkeit scheint bei der übrigen politischen Stagnation durchaus auf unser Vaterlandgerichtet, und jedes Ereigniß, von dem das Ausland vor ein paar Jahren keine Notiz genommen hätte, wird jetzt genaubeobachtet. !! ti>. Januar. (An die bcrnerische» Gesandten in Aarau.) Von dem Frickthal und seiner Bestimmung weißman noch nichts gewisses. Ein kaiserlicher Minister hat gestern noch versichert, daß zu Udine von der Abtretung desselbennicht sei gesprochen worden. Dies wird aber wohl von dem ostensiblen Theil des Tractats zu verstehen sein. Der cisalpinischcGesandte hingegen hat mir im Vertrauen gesagt: Es sei zu Udine davon die Rede gewesen, daß die cisalpinischc Republikdas Frickthal kaufe, um dann nachher mit der Schweiz solches gegen die italienischen Vogteicn austauschen zu können. Dieserletztere Theil unserer gemeinschaftlichen Besitzungen verdient gewiß, besonders von den angrenzenden Cantoncn, die genauesteAufmerksamkeit und wäre deshalb mit Bünden, welches das gleiche Interesse hat, auch noch wegen der Thäler Poschiavo undEngadin bedroht wird, aber zu Beibehaltung seines Territoriums sehr entschlossen scheint, eine nähere Verknüpfung zu wünschen.Man trägt sich auch französischer Seits mit dem Project, die Rhätier für das Veltlin mit dem Vorarlbergischen zu entschädigen.Es ist unglaublich wie sehr hier die Aufmerksamkeit auf die Schweiz, den Canton Bern und insbesondere auf die Tagsatzungzu Aarau gerichtet ist. So viel ich sowohl aus Unterredungen als aus deutschen und den seit einiger Zeit mäßiger gewordenen